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Europa ist im Alltag der Menschen angekommen

Der Vorsitzende der Europa-Union über Gründe, zur Wahl zu gehen

Von Martina Jurk

Braunschweig. Europa den Menschen näher zu bringen, ist das Ziel der Europa-Union Braunschweig/Wolfenbüttel. Die nB sprach mit dem Vorsitzenden Edmund Heide über den schweren Weg, das zu erreichen.

?Was ist die Europa-Union und welche Aufgaben hat sie?

!Es ist eine überparteiliche Organisation, die sich 1978 gegründet hat. Sie setzt sich „vor Ort“ für den Europagedanken ein. Wir, das sind 25 Mitglieder, wollen vermitteln, was Europa für jeden einzelnen Menschen bedeutet, Vorurteile abbauen, wir machen die europäische Idee mit konkreten Aktionen sichtbar.

?Können Sie Beispiele nennen?

!Wir arbeiten mit binationalen Gruppen zusammen, die einen Europabezug haben, organisierten einen bundesweiten Europatag, pflegen freundschaftliche Verbindungen zu Partnerstädten. Und jetzt zur Europawahl waren wir besonders aktiv. So veranstalteten wir zum Beispiel gemeinsam mit dem Friedensbündnis eine Podiumsdiskussion mit Kandidaten verschiedener Parteien.

?Es scheint, dass bei den Menschen viel Überzeugungsarbeit nötig ist, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Was glauben Sie, warum das so ist?

!Europa heißt für viele Menschen Brüssel, und Brüssel ist weit weg. Viele haben Vorurteile, wie zum Beispiel, dass Europa-Parlamentarier Unsummen verdienen, dass nur unsinnige Richtlinien wie das Maß der Gurkenkrümmung festgelegt würden. Und: Frieden und Freiheit sind schon selbstverständlich geworden.

?Was sind Ihre Argumente für ein starkes Europa?

!Die EU hat Krieg unmöglich gemacht. Gemeinsame Probleme können zusammen gelöst werden. Das gilt jetzt besonders für die Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Europa spricht mit einer Stimme, ohne die Eigenständigkeit jedes einzelnen Landes außer Acht zu lassen.

?Was haben denn die Bürger und ganz konkret die Braunschweiger von Europa?

!Europa kommt immer mehr bei den Menschen im Alltag an. Verbraucherschutz, Reisen, Schule, Ausbildung, Studium, Arbeiten im Ausland, die Sicherung des Friedens an den Außengrenzen sind nur einige Beispiele. Bei der Bewilligung von Fördergeldern ist Europa ganz konkret spürbar. Die Bürger erhoffen sich ein konfliktfreies Leben und gesicherten Wohlstand. Doch das gibt es nicht zum Nulltarif.

?Können Sie das Ergebnis der Podiumsdiskussion mit Kandidaten verschiedener Parteien zusammenfassen?

!Ja, alle wollen Europa, aber die Wege dorthin sind unterschiedlich.

?Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste bei der Europawahl?

!Die Wahlbeteiligung, die Prognosen zufolge in Deutschland bei 40 Prozent liegen wird. Mehr als 30 Parteien und Gruppierungen stellen sich zur Wahl. Bei einer geringen Beteiligung könnten kleinere Parteien, die sonst nie eine Chance hätten, die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. Für alle Parteien wird die Europawahl ein Stimmungsbarometer für die Bundestagswahl im September sein. Das ist auch den Wählern bewusst. Für Kandidaten und Wähler wäre es deshalb fahrlässig, die Europawahl als unwichtige Nebenwahl abzutun.
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