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Es kocht in der Wasserwelt

Stadtbad GmbH und Ingenieurbüro im Streit.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.03.2014.

Braunschweig. Die Eröffnung der Wasserwelt im April ist geplatzt, jetzt sind die Anwälte am Zug.

Am vergangenen Freitag kam die schlechte Nachricht aus der Wasserwelt und stoppte die Vorbereitungen zur Eröffnung: Es gab Ärger mit der Ingenieurgesellschaft, der Termin ist nicht zu halten (wir berichteten). Jetzt sind die Fronten verhärtet, die gegenseitigen Vorwürfe sind heftig.
„Wir mussten die Reißleine ziehen, damit unsere Mitarbeiter nicht vor die Hunde gehen“, sagt Norbert Leipert, geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros IGP, aus Pforzheim. „Bei euch da oben geht es drunter und drüber“, schiebt er noch im tiefsten schwäbischen Dialekt nach.
Jürgen Scharna, Chef der Stadtbad GmbH, spricht von Differenzen, die eine Kündigung des Vertrages zwingend machten.
Norbert Leipert, Geschäftsführender Gesellschafter des IGP Ingenieurbüros, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadtbad GmbH. Zu allen Sachproblemen sei noch ein „unmöglicher Umgangston“ gekommen. „Sechs Mitarbeiter haben gekündigt, sie haben Burnout, seelische Probleme, was ist bloß los bei euch da oben“, regt der Mann sich am Telefon heftig auf. Jürgen Scharna, Chef der Stadtbad GmbH, sieht die Sache ganz anders, für ihn ist die IGP der Verursacher der Situation.
Um einen Überblick über die Probleme zu bekommen, haben wir die Vorwürfe von IGP in Fragen an Jürgen Scharna formuliert:

? Ist es richtig, dass Mitarbeiter von der Baustelle „Wasserwelt“ abgezogen wurden, um am Stadion zu arbeiten? Und ist es richtig, dass IGP drüber nicht informiert wurde?

! Scharna: Darüber haben wir keine Kenntnis.

? Ist damit auch eine zeitliche Verzögerung der „Wasserwelt“ zu erklären?

! Siehe oben.

? Sie haben von „mangelhafter AAusführung der Lüftungsleitungen“ gesprochen, IGP sagt, „die Leitungen waren korrekt verlegt und sind später beschädigt worden.“ Stimmt das? Und warum gab es kein Beweissicherungsverfahren?

! Der Ingenieurgesellschaft IGP wurde in dem Zusammenhang ein Planungsfehler angezeigt. Ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren hätte mindestens sechs Monate in Anspruch genommen. In den betroffenen Bereichen hätten die Bauarbeiten stillgestanden. Die Haftpflichtversicherung von IGP hat Gelegenheit erhalten und wahrgenommen, den Sachstand zeitnah und vor Ort zu prüfen. Die Beweissicherung zu dem Mangel wurde vom Auftraggeber Stadtbad GmbH mit anderen Mitteln (Privatgutachten) vorgenommen.

? In welchen Abständen wurde die Verwaltung über den Ablauf der Bauarbeiten informiert? Gab es eine regelmäßige Berichterstattung? Wenn ja, an wen? Wann haben Sie die Verwaltung über die Schwierigkeiten mit IGP informiert?

!Ansprechpartner in der Verwaltung ist für die Stadtbad GmbH der Fachbereich Finanzen. Dieser informiert die Verwaltungsspitze. Zuletzt habe ich am 28. Februar 2014 über die Terminverschiebung und die Kündigung des Vertragsverhältnisses zwischen Stadtbad GmbH und IGP berichtet und das Kostenrisiko mitgeteilt. Die Verwaltung bat um Präzisierung zur Baukostensteigerung.
Darüber hinaus wurde in Aufsichtsratssitzungen regelmäßig über den Bautenstand und über Probleme mit verschiedenen beteiligten Unternehmen, zu denen auch IGP gehört, informiert.

? Stimmt es, dass Rechnungen von IGP erst nach drei bis vier Monaten bezahlt worden?

!Ja, aber zu den Gründen kann hier im Einzelnen nichts dargelegt werden.

? Stimmt es, dass bei den Baustellenbesprechungen ein „schlechtes Arbeitsklima und ein unakzeptabler Umgangston“ herrschten, wenn ja, woran lag das?

! Wegen mangelnder Leistungserfüllung gab es Differenzen zwischen den Vertragspartnern, die sich auch negativ auf das Arbeitsklima ausgewirkt haben. Von einem unakzeptablen Umgangston ist mir nichts bekannt.

? Ist es richtig, dass Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter den Arbeitern „Beschleunigungszulagen“ in Aussicht gestellt hat?

!Nein.
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