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„Es ist unser Land“

Kein nennenswerter Zulauf durch Lutz Bachmann.

Braunschweig, 19.04.2015.

Inmitten des verkaufsoffenen Sonntags in Braunschweig wollte Bragida ein Zeichen setzen. Der dafür eigens aus Dresden eingeladene Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann sollte der zuletzt schwächelnden Bewegung neuen Schwung verleihen. Das Vorhaben misslang – gerade einmal 110 Teilnehmer versammelten sich nach Polizeiangaben hinter dem Schloss. Und auch inhaltlich wusste Bachmann in einer kurzen, sehr einfach gehaltenen Rede keine Akzente zu setzen.

„Hier hat nur einer das Sagen – wir, das deutsche Volk“, verkündete er. Und: „Es ist unser Land, hier ist kein Platz für Hassprediger.“ Die vielen aus Chemnitz zugereisten Unterstützer – dafür bedankte sich Bragida-Gründerin Tina Müller im Vorfeld eigens – und die paar anderen Zuhörer applaudierten.
Getrennt durch eine Häuserfront standen auf dem Steinweg die Gegendemonstranten. 1800 nach eigenen, 700 nach Polizeiangaben. Das Braunschweiger VW-Werk gestaltete das Bühnenprogramm mit den „Tönen Braunschweigs“ und stellte mit Thorsten Jablonski, Werkleiter, Uwe Fritsch, Vorsitzender Betriebsrat, Mathias Möreke, stellvertretender Betriebsratschef und Heinrich Betz vom DGB Stadtverband Braunschweig die Hauptredner. „Wir brauchen eine vielfältige Kultur, um weiter erfolgreich zu sein“, sagte Jablonski wohl stellvertretend für alle.
Nach dem Ende beider Kundgebungen startete gegen 16 Uhr der Rundgang der Bragida-Anhänger, begleitet von Pfiffen und Blockaden.

Das abschließende Fazit der Polizei (19.36 Uhr):

Der von vielen befürchtete "heiße Sonntag" in der Braunschweiger Innenstadt blieb aus. Die 11. Bragida-Versammlung auf dem Herzogin Anna-Amalia-Platz hinter dem Schloss und die gleichzeitige Gegendemonstration auf dem Steinweg hatten kaum Auswirkungen auf den Mode- und Autofrühling sowie auf den verkaufsoffenen Sonntag im Stadtgebiet. Die Teilnehmerzahlen der Bragida-Veranstaltung und des Bündnisses gegen Rechts blieben weit hinter den Erwartungen der Anmelder zurück.

Rund 130 Bragida-Anhänger trafen sich gegen 15.00 Uhr hinter dem Schloss zu einer Kundgebung mit anschließendem Aufzug. Bereits um 14.30 Uhr hatten sich etwa 1.000 Teilnehmer des Bündnisses auf dem Steinweg versammelt. Der Aufzug der Bragida-Teilnehmer führte über den Theaterwall bis zum Fallersleber Tore und wieder zurück um das Theater herum zum Ausgangsort. Der Bragida-Aufzug wurde an der Kreuzung Am Fallersleber Tore, Theaterwall von Teilen der Gegendemonstranten empfangen, die dort lautstark ihren Protest zum Ausdruck brachten.

Nach einer kurzen Abschlusskundgebung wurde die Veranstaltung um 17.00 Uhr beendet.

Beide Versammlungen verliefen friedlich. Größere Verkehrsstörungen blieben aus.
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