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„Es gibt keinen sicheren Verschluss“

Atomkraftgegner in Alarmstimmung: Bürgerinitiativen fordern Rückholung des Asse-Atommülls.

Wolfenbüttel (mak), 28.12.2011.

Die Äußerungen von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander, der einen „sicheren Verschluss“ des Atommülllagers Asse forderte, haben Atomkraftgegner in Alarmstimmung versetzt. Es gibt keinen ’sicheren Verschluss‘ der Asse und damit auch keinen Schutz vor dem Austritt von Radioaktivität, wenn der Atommüll im Berg bleibt“, heißt es in einer Mitteilung des Asse2-Koordinationskreises vom Dienstag.

Die Bürgerinitiativen kritisieren seit langem das „zögerliche Herangehen“ an die Vorarbeiten für die Rückholung des Atommülls aus der Asse.
Eine Alternative zur Rückholung sehen die Bürgerinitiativen nicht, auch nach Verschluss des Schachtes könne der Atommüll im Bergwerk nicht trocken verwahrt werden. Der Beton könne nur in die Mitte des Bergwerkes gefüllt werden. Verbleibende Hohlräume würden sich entweder mit eindringender Salzlösung füllen oder müssten künstlich von außen mit einer Flüssigkeit gefüllt werden. „Beides würde dazu führen, dass sich der Atommüll in der Flüssigkeit auflöst. Ein Brei aus Atommüll, chemotoxischen Abfällen, Behälterresten und Salz würde sich bilden“, argumentieren die Atomgegner. Bereits wenige Jahre nach einer Vollverfüllung könnten solch hohe Drücke entstehen, dass kontaminierte, giftige und nur wenig verdünnte Lösungen und Gase in die Biosphäre ausgepresst werden.
Die Mitglieder des Asse2-Koordinierungskreises berufen sich dabei auf ein hydrologisches Strömungs- und Transportmodell, das Dr. Ralf Krupp, Mitglied der „Arbeitsgruppe Optionenvergleich“ (AGO), entwickelt hat. Er wollte klären, welche Auswirkungen die Gasbildung und der Gebirgsdruck im Fall einer Flutung der Asse haben würden. Er kommt zu dem Ergebnis, dass sich unweigerlich Gase bilden würden, sobald die eingelagerten Metallfässer und organischen Substanzen mit der Salzlösung reagieren beziehungsweise biologisch abgebaut werden. „Aufgrund der vorliegenden Kenntnisse und Tatsachen muss von einer Auspressung ausgegangen werden, wenn das Vollverfüllungs-Konzept umgesetzt werden sollte“, schreibt er. Das Grundwasser in der Region und bis hin zu Weser und Elbe könnte kontaminiert werden. Deshalb, so die Forderung der Bürgerinitiativen, müssten die beteiligten politischen Institutionen in Bund und Land, alle Kräfte darauf konzentrieren, dass die Rückholung umgesetzt wird.
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