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„Es geht uns immer um alle Opfer“

Rechte Partei bei Kranzniederlegung – VDK und Stadt verwahren sich gegen Darstellung

Von Ingeborg Obi-Preuß. 19.11.2013. Braunschweig. Die Kranzniederlegung am Ehrenmal für die Toten des Krieges, der Gewaltherrschaft und der Vertreibung am Sonntag (Volkstrauertag) wird überschattet von Stellungnahmen und Vorwürfen im Internet.

Danach hat die neonazistische Partei „Die Rechte“ an der Kranzniederlegung teilgenommen, mit einem Gesteck, ausschließlich zum Gedenken der „deutschen Kriegsopfer“. Auf ihrer Facebookseite bedanken sich die Parteimitglieder „bei dem Veranstaltungsleiter, der Presse und allen anwesenden Teilnehmern dafür, dass wir ohne Vorurteile und Repressionen vor Ort sein durften.“ Und betonen, dass sie angeblich auch von „hochrangigen Vertretern der Stadt … freundlich und respektvoll begrüßt“ worden seien. Daneben ein Foto, das Parteimitglieder vor dem Ehrenmal zeigt.
Walter-Johannes Herrmann, Vorsitzender des Bezirksverbandes Braunschweig des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK), hat von der Teilnahme der Rechten erfahren, als er auf dem Friedhof eintraf. „Wir waren überrascht von dieser Gruppe, konnten anfangs auch nur ahnen, aus welchem Lager sie kommt“, sagt Herrmann. „Aus Respekt vor den Trauernden und den Toten haben wir auf den Versuch verzichtet, die unliebsamen Besucher wegzuschicken“, erklärt er. In seinen Reden lege er immer besonderen Wert darauf zu betonen, dass es bei dieser Veranstaltung um das Gedenken an alle Opfer gehe.
„Für das nächste Jahr werden wir uns gemeinsam mit der Stadt überlegen, wie wir solche Situationen vermeiden können“, kündigte Herrmann an.
Vor Jahren habe der VDK sich bereiterklärt, die Veranstaltung von der Stadt zu übernehmen, nachdem es bei den Gedenkfeiern an der Schillstraße immer wieder zu Demonstrationen extremer Gruppierungen gekommen war.
Die Stadt betont in einer Stellungnahme, dass es sich nicht um eine städtische Veranstaltung gehandelt habe. Den Bürgermeisterinnen Friederike Harlfinger und Annegret Ihbe, die im Namen der Stadt Kränze niederlegten, sowie weiteren städtischen Mitarbeitern sei von der Anwesenheit von Vertretern der Partei „Die Rechte“ bei dieser Gedenkfeier nichts bekannt gewesen. Die Behauptung, sie seien „… von hochrangigen Vertretern der Stadt … freundlich und respektvoll begrüßt …“ worden, sei deshalb falsch und werde entschieden zurückgewiesen. Die Stadt habe erst nach der Veranstaltung auf Nachfrage vom Volksbund erfahren, dass auch Vertreter der Partei „Die Rechte“ ein Gesteck niedergelegt haben.
Stadtrat Claus Ruppert, zuständiger Dezernent für den Fachbereich Zentrale Dienste: „Die Gedenkveranstaltung für die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen, an der Repräsentanten der Stadt seit vielen Jahren teilnehmen, darf nicht für politische Propaganda instrumentalisiert werden. Wir werden deshalb das Gespräch mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge suchen, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, dass insbesondere extreme politische Gruppierungen keine Gelegenheit erhalten, die Veranstaltung für ihre Zwecke zu nutzen.“
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