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Es geht in die heiße Phase

189 777 Wahlbenachrichtigungen warten auf ihre Zustellung

Von Daniel Beutler

Deutschland wählt am 27. September einen neuen Bundestag. Mit dem Versand der 189 777 Wahlbenachrichtigungen für Braunschweig und die Region wird dafür ab morgen die heiße Phase eingeläutet. Was bisher nur als ferner Termin schwammig im Unterbewusstsein spukte, wird dann greifbar.

Wer keine Benachrichtigung bekommt, obwohl er wahlberechtigt ist, also über 18 Jahre alt und deutscher Staatsbürger ist, kann eine Woche lang Einsicht in das Wählerverzeichnis nehmen und den möglichen Irrtum korrigieren. Und der unscheinbare Brief kann noch mehr: Auf der Rückseite findet sich das Formular, um an der Briefwahl teilzunehmen.
Aber noch schlummern die knapp zehn Gramm schweren Briefe kistenweise in der riesigen Halle der Deutschen Post an der Christian-Pommer-Straße im Industriegebiet Hansestraße. Unbeeindruckt vom monotonen Dauerbrummen der Sortiermaschinen stehen sie etwas abseits und warten auf den großen Einsatz. „Wir werden die ersten Wahlbenachrichtigungen ab Montag zustellen. Im Laufe der Woche sollten alle bei ihrem Empfänger angekommen sein“, berichtet Vertriebsleiter Dirk Hofmeister. Der ganze Postleitzahlenbezirk, welcher mit 38 beginnt, wird von Braunschweig aus beliefert. Komplett automatisch werden im Braunschweiger Briefzentrum der Deutschen Post die Sendungen bearbeitet. Mehr als 80 Prozent der mit Hand adressierten Briefe werden so problemlos weitergeleitet. Nur wenn eine „Sauklaue“ die Maschinen vor Rätsel stellt, komme der Mensch in diesem Sortierprozess zum Einsatz, berichtet Pressesprecher Martin Grundler. Bei den Wahlbenachrichtigungen geht das aufgrund der gedruckten Adressen problemlos. Und im Zuge der Bundestagswahl werden noch zusätzlich 30 000 weitere Briefe ihren Weg durch das Postzentrum in Braunschweig machen. So viele Wähler nehmen laut den Erfahrungen des Braunschweiger Wahlleiters Knut Papenfuß an der Briefwahl teil. Die kann unter anderem mit dem Formular auf der Wahlbenachrichtigung beantragt werden, wenn man am Wahltag verhindert ist oder zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen das Wahllokal nicht aufsuchen kann. Ansonsten hat der Brief nur informellen Charakter. Zum wählen am 27. September ist er nicht nötig. Zwar erleichtert das Mitbringen der Benachrichtigung die Arbeit der Wahlhelfer, aber der Personalausweis ist im Verlustfall der ausreichende Ersatz. Bundesweit werden ungefähr 62,2 Millionen Bürger einen solchen Brief erhalten. 3,5 Millionen von ihnen wählen das erste Mal in ihrem Leben. Und das Porto für die Briefe zahlt der Steuerzahler.
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