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Es fehlen noch Antworten

 
VW hat gestern einen Aktionsplan angekündigt. Demnach solle noch im Oktober eine technische Lösung zur Nachbesserung der Abgasprobleme präsentiert werden. Foto: VW

Die Aufarbeitung des VW-Skandals läuft.

Von Andreas Konrad, 30.09.2015.

Braunschweig. Gut zehn Tage nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen in den USA durch Volkswagen (wir berichteten mehrfach) positionieren sich in diesen Tagen mögliche Beteiligte oder Betroffene. Die Städte Wolfsburg und Braunschweig ziehen die Haushalts-Notbremse; der VW-Konzern verspricht schonungslose Aufklärung sowie eine Lösung für alle betroffenen Fahrzeuge und hat daneben personelle Konsequenzen eingeleitet; in Deutschland und den USA ermittelt die Justiz. Und viele Experten streiten öffentlich in den Medien darüber, ob der Abgas-Skandal Volkswagen am Ende die Existenz kostet, oder wenn nicht, was wirtschaftlich auf den Konzern zukommen könnte. Viel Arbeit also für den neuen Konzernchef Matthias Müller, der seit Freitagabend den zurückgetretenen Martin Winterkorn ersetzt.

Region schaltet auf Sparflamme

Braunschweig. Analog zum Grad der Abhängigkeit von Gewerbesteuereinnahmen aus dem VW-Konzern reagierten jetzt die Städte Wolfsburg und Braunschweig. Wolfsburgs OB Klaus Mohrs kündigte am Montag eine „sofortige Haushaltssperre sowie einen Einstellungsstopp“ an und sein Braunschweiger Kollege Ulrich Markurth eine „eingeschränkte Haushaltssperre“.

Kommunen

Nach der von VW ausgegebenen Gewinnwarnung fürchten die Gemeinden der Region um Steuergeld. „Es ist noch zu früh, um über konkrete Zahlen zu sprechen, klar scheint aber zu sein, dass wir bereits in diesem Jahr mit deutlich weniger Gewerbesteuer zu rechnen haben“, sagte Mohrs. Markurth reagierte nicht ganz so absolut. „Wir sollten im Moment sehr vorsichtig und sparsam mit den verfügbaren Mitteln umgehen und uns auf das Nötigste beschränken. Wir werden in den kommenden Monaten bei den Finanzen noch strenger hinschauen müssen“, sagte Braunschweigs OB. Die Haushaltssperre von zehn Prozent bleibe auf die sogenannten Aufwandsbudgets der Fachbereiche und Referate beschränkt, für die in diesem Jahr etwa 200 Millionen Euro vorgesehen seien, teilte die Stadt mit. Dazu gehörten etwa die Unterhaltung von Fahrzeugen, Mittel für Fortbildungen oder auch Büromaterial, hieß es weiter.

Konzern

Der VW-Konzern hat am Dienstag einen „Aktionsplan zur Nachbesserung des Abgasverhaltens von Dieselfahrzeugen“ vorgestellt. Der Aktionsplan sehe vor, dass VW und weitere betroffene Marken des Konzerns im Oktober den zuständigen Behörden die technischen Lösungen und Maßnahmen vorstellten, teilte VW mit. Die Kunden würden in den nächsten Wochen und Monaten darüber informiert. Zudem würden Internetseiten mit Informationen geschaltet, so weiter.
Die VW Financial Services, Konzerntochter mit Sitz in Braunschweig, konnte sich zu den Folgen der Affäre für sie noch nicht äußern, widersprach aber Gerüchten, nach denen sie massiv Kunden verliere. „Das ist nicht der Fall“, sagte ein Sprecher.

Justiz

„Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat aufgrund von Strafanzeigen ein Ermittlungsverfahren gegen Martin Winterkorn eingeleitet. Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt auf dem Vorwurf des Betruges durch den Verkauf von Kraftfahrzeugen mit manipulierten Abgaswerten. Weiter ist in diesem Zusammenhang eine Strafanzeige der Volkswagen AG ohne Benennung eines Beschuldigten eingegangen“, erklärte die Behörde. Weitere Angaben dürfe man aufgrund des noch laufenden Verfahrens derzeit nicht machen.

Experten

Verlässliche Prognosen, wieviel VW der Skandal am Ende kosten wird, kann derzeit niemand machen, da weder die Kosten für Regresse und Strafen, noch die für technische Behebung der Manipulation auch nur ansatzweise abzusehen sind.
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