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Erfolgreiche Bürgerarbeit

Jobcenter: Ziel schon nach einem Jahr erreicht.

Von Martina Jurk, 21.09.2011.


Braunschweig. Das Jobcenter Braunschweig beteiligt sich am dreijährigen Bundesmodellprojekt Bürgerarbeit. „Erfolg bereits nach einem Jahr“ bilanziert Geschäftsführer Jörg Hornburg.

Als die Bundesregierung im April 2010 das Modellprojekt ins Leben rief, waren die Jobcenter aufgerufen, sich zu beteiligen und eigene Konzepte der Umsetzung zu entwickeln. Ziel des Braunschweiger Jobcenters: Kunden, die es besonders schwer haben, eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu finden, also arbeitslose Alleinerziehende, Jugendliche unter 25 Jahren, Schwerbehinderte und Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund durch speziell geförderte Projekte zu aktivieren und noch vor einem Bürgerarbeitsplatz in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.
1000 Personen aus den „Zielgruppen“ seien zusätzlich besonders intensiv betreut worden. 300 Integrationen sollten am Ende des Projekts 2014 erreicht werden. „Das haben wir bereits jetzt nach einem Jahr geschafft“, berichtet Jörg Hornburg.
„Das Braunschweiger Konzept hat sich als sehr effektiv erwiesen“, konstatiert der Geschäftsführer des Jobcenters. Zu den 300 Personen, die in Arbeit vermittelt werden konnten, kämen 17 Arbeitslose hinzu, die sich selbstständig gemacht haben. Außerdem bezögen mehr als 100 keine Leistungen mehr. „Wir gehen davon aus, dass sie eine Arbeit gefunden haben“, so Hornburg.
Um 1000 Kunden zu aktivieren, seien mit 2500 intensive Gespräche geführt worden. Dabei sei analysiert worden, welche Stärken sie haben. Daraus seien individuell die nächsten Schritte, wie Qualifizierung oder bewerberorientierte Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, vereinbart worden. Finanziert wurde das mit 600 000 Euro aus dem europäischen Sozialfonds. Jede der 1000 Personen musste eine sechsmonatige Aktivierungsphase durchlaufen, bevor eine Vermittlung in die eigentliche Bürgerarbeit erfolgen durfte.
Die Bürgerarbeit ist eine gemeinnützige Arbeit, die vom Bund pro Person mit 900 Euro brutto im Monat gefördert wird. Die von der Stadt und freien Trägern eingerichteten Bürgerarbeitsplätze (zum Beispiel in Bibliotheken, Schulen, Altenheimen, zur Pflege von Grünanlagen) bedürfen einer Genehmigung durch das Bundesverwaltungsamt. Zurzeit sind in Braunschweig 70 Bürgerarbeitsplätze besetzt. Bis Ende des Jahres sollen es 150 sein. „Das Projekt läuft über drei Jahre. Wir sind bestrebt, die Bürgerarbeiter vor Ablauf dieser Frist in einen Job zu vermitteln. Deshalb laufen Qualifikationsmaßnahmen auch in dieser Zeit weiter“, erklärt Jörg Hornburg.
Eine so konzentrierte Form der Aktivierung von Arbeitslosen mit großen Vermittlungshemmnissen wäre ohne das Modellprojekt und die damit verbundene Förderung durch den Bund nicht möglich gewesen, räumt Hermann Gwiasda, Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenter, ein. Für die Mitarbeiter bedeute das einen Mehraufwand. Ihr Engagement zeige, was möglich ist.
Für Jörg Hornburg trifft ein Zitat aus dem Interessenbekundungsverfahren des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales voll ins Schwarze: „Das Modellprojekt Bürgerarbeit (ist) insgesamt besonders erfolgreich, wenn Bürgerarbeit … verhindert werden oder vorzeitig beendet werden kann, da eine Arbeitsaufnahme in den allgemeinen Arbeitsmarkt erfolgen kann.“
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