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Endlich: Westbahnhof geht voran

Spezialisten gefragt: Eine Firma aus Sachsen-Anhalt stützte den Giebel fachgerecht ab. Fotos: bw
 
So sieht der Westbahnhof 13 aktuell aus: Bagger haben sich bereits durch die Mauern hinter der Fassade gefressen.

Abrissarbeiten haben inzwischen begonnen – Verzögerungen durch fehlende Anträge.

Von Birgit Wiefel, 01.07.2017.

Braunschweig. Schwere Eisenträger stützen die Fassade, dahinter frisst sich ein riesiger Bagger Stück für Stück knirschend ins Gebäude: Der Westbahnhof 13 verändert sein Gesicht.

Das rund 120 Jahre alte Lager wird bald für immer Geschichte sein. An seiner Stelle entsteht der bereits ungeduldig erwartete Veranstaltungskomplex mit einer Halle für 800 Besucher und einem soziokulturellen Zentrum.
Noch im Frühjahr hoffte der Investor, die WESTand GmbH, „zur WM 2018 Eröffnung zu feiern.“ Der Termin steht allerdings auf wackeligen Füßen, die Stadt geht inzwischen eher von der zweiten Jahreshälfte aus.
Der Grund: Der Start der Arbeiten hatte sich immer wieder verzögert. Aus Februar diesen Jahres wurde März, dann Juni. Dazu die Stadt: „Der Bauantrag für das Projekt wurde im Dezember 2016 eingereicht. Nachträgliche Planänderungen des Investors haben dazu geführt, dass wesentliche Genehmigungsunterlagen erst Anfang April nachgereicht wurden beziehungsweise vor kurzem eingegangen sind“, teilte Stadtsprecherin Juliane Meinecke auf Anfrage der NB mit.

Die Stadt bemühe sich um ein schnelles Verfahren, doch es fehlten auch noch Baulasteintragungen für die erforderlichen Stellplätze des Veranstaltungszentrums. „Diese sind aber eine Voraussetzung für die Genehmigung des Vorhabens“, so die Stadt.
Wie auch immer: Das Veranstaltungszentrum im westlichen Ringgebiet kommt. Der Rat hatte den Bau nach einer Vorlaufzeit von fast einem Jahr im September 2016 beschlossen – auch um einen Ersatz für das ehemalige FBZ und die Meiers Music Hall zu schaffen.

Der mehr als 3000 Quadratmeter große Komplex wird eine von der WESTand GmbH betriebene Veranstaltungshalle mit Nebenräumen haben sowie ein Soziokulturelles Zentrum in Regie des Vereins Kufa.

Abriss statt Sanierung

Dass sich die Umsetzung letztlich so lange hinzog, lag neben den Formalien auch an der Baufälligkeit des Gebäudes. Statt es wie geplant zu restaurieren und über die alte Halle ein Art Stahlskelett zu legen, entschied die WESTand GmbH im Frühjahr 2016, es einreißen und neu bauen zu lassen.
Nur der Giebel des ehemaligen Holzhandels von Ludwig Brachvogel soll stehen bleiben. Außerdem wird eine ehemalige Eisenbahndrehscheibe auf dem Gelände gerettet und an die Gleisbrücke im Bereich der Industriepfadcontainer verlagert. Für die Stadt ein zusätzlicher Brocken, denn sie trägt neben dem Baukostenzuschuss von 1,5 Millionen Euro auch die Mehrkosten für die Verlagerung der Drehscheibe und zum Teil für den Giebel – insgesamt beläuft sich die Summe auf 230 000 Euro.

Info:

Das wird der neue Veranstaltungskomplex enthalten:

• Ein soziokulturelles Zentrum unter Regie des Vereins Kufa mit einer Veranstaltungshalle für bis zu 300 Personen, Gastronomie und Räume unterschiedlicher Größe für kulturelle Zwecke. Die Stadt übernimmt die Miet-, Betriebs-, und Stromkosten von rund 190 000 Euro im Jahr. Außerdem wird der Verein Kufa noch einmal mit 150 000 Euro jährlich für den Betrieb des Veranstaltungszentrums gefördert.

• Veranstaltungsräume betrieben durch die WESTand GmbH mit einer Veranstaltungshalle für bis zu 800 Personen sowie Proberäumen für Musiker und einem Tonstudio.
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