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Ende des Streiks nicht in Sicht

800 rote Luftballons stiegen am Montag auf dem Platz der Deutschen Einheit auf. Die Botschaft: „Aufwerten jetzt“ – gemeint ist die Beschäftigung im Sozial- und Erziehungsbereich. Foto: Ammerpohl

Erzieher und Sozialarbeiter werden wohl bis nach Pfingsten die Arbeit niederlegen.

Von Andreas Konrad, 20.05.2015.

Braunschweig. Auf einer Streikdelegierten-Konferenz in Fulda will die Gewerkschaft Verdi am heutigen Mittwoch über das weitere Vorgehen im Tarifstreit des Sozial- und Erziehungsdienstes beraten. Vorausgesetzt, viele der 330 Vertreter kommen pünktlich nach Fulda. Denn: Auch die Lokführer streiken wieder.

„Für uns ist der Bahnstreik sicher keine positive Begleiterscheinung“, sagt Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer von Verdi Süd-Ost-Niedersachsen. Viele Menschen scheinen der Streiks bei Bahn, Post und Erziehung inzwischen überdrüssig. „Dennoch sehen wir eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz für unsere Forderungen“, so Wertmüller weiter. Gemeinsam mit 800 streikenden Erziehern und Sozialarbeitern setzten sich Verdi und Wertmüller am Montag auf dem Platz der Deutschen Einheit für die Forderungen ein: vereinfacht gesagt, sind das zehn Prozent mehr Lohn durch eine Neueingliederung in den Entgeltgruppen.

Zwar gehörten Erzieher mit einem Vollzeit-Gehalt von etwas über 2300 Euro nach drei Jahren Ausbildung bis hin zu 3200 Euro brutto nicht zu den Geringverdienern des Landes, wie auch Wertmüller einräumt, dennoch „arbeitet ein großer Teil in Teilzeit.“ Nach Zahlen von Verdi bundesweit rund 40 Prozent aller Beschäftigten in diesem Bereich. Gerade diese Menschen müssten einen Zweitjob annehmen und wären von Altersarmut betroffen, teilt Verdi mit.

In Braunschweig gibt es rund 740 Beschäftigte in den Kitas, Kindergärten, Jugendzentren und anderen Einrichtungen. Die Stadt hat auf Anfrage der nB errechnet, dass sie eine zehnprozentige Lohnsteigerung im Jahr rund drei Millionen Euro kosten würde.

Geld, das Verdi natürlich als gut angelegt erachtet. Umso enttäuschter zeigte man sich von den Reaktionen seitens der Arbeitgeber. Es gab bislang keine. „Wir sehen hier kein Signal, und unsere Position ist eindeutig. Wenn es kein Angebot gibt, werden wir den Streik auch über Pfingsten fortführen“, prognostiziert Wertmüller. Und genau danach sieht es momentan aus. Am heutigen Nachmittag will Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske in Fulda das weitere Vorgehen der Gewerkschaft verkünden.
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