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Emotionen um das Krawall-Derby

Rund 100 Krawallmacher fanden auf der Gegengerade ihre Bühne. (Foto: Thomas Ammerpohl)

Die Staatsanwaltschaft hat die Arbeit aufgenommen, um die Fakten auszuwerten

Von Ingeborg Obi-Preuß, 30. September 2014.

Braunschweig. Das Krawall-Derby in der vierten Liga gibt keine Ruhe: Im Internet kursieren wilde Geschichten, die Emotionen kochen weiter hoch. Inzwischen haben sich zwei neue Zeugen bei der Polizei gemeldet, die helfen könnten, Licht ins Dunkel zu bringen

Was war passiert? Beim Regionalligaspiel im Stadion an der Hamburger Straße zwischen den zweiten Mannschaften von Eintracht Braunschweig und Hannover 96 kam es zu Ausschreitungen.
Rund 100 teilweise vermummte Menschen hatten ein Tor am Eingang Rheingoldstraße gestürmt und waren ins Stadion eingedrungen. Dort hatten sich noch offensichtliche Sympathisanten dazugesellt, gemeinsam versuchte die Meute schließlich, über die Ränge, zwischen den Stuhlreihen zu den Hannoveraner Fans in der Nordkurve zu gelangen.
In Block 14 war Schluss. Hier konnte die Polizei den „Vormarsch“ stoppen. Es flogen Böller, Flaschen und böse Worte.
Und – ein junger Mann hat später angezeigt, von einem Polizisten in Zivil mit einer Waffe bedroht worden zu sein. „Freiheitsberaubung und Bedrohung“, bestätigte Polizeisprecher Joachim Grande die Anzeigenpunkte.
Der besagte Polizist habe inzwischen angegeben, den jungen Mann festgehalten zu haben, in dem Moment seien rund 20 vermummte Männer auf ihn zugekommen. Er habe sich bedroht gefühlt und deshalb die Waffe gezogen. Nun ermittelt die Polizei. „Am Montag haben sich zwei neue Zeugen gemeldet“, sagte Grande. Er appelliert auch an weitere mögliche Zeugen, sich unbedingt zu melden. „Wir versuchen, die Fakten objektiv zusammenzutragen, die gehen an die Staatsanwaltschaft zur Beurteilung und Wertung“, erklärte er den Ablauf. In jedem Fußballspiel seien Polizisten in Zivil dabei, erklärt er, das sei nicht ungewöhnlich. Und das Tragen einer Schusswaffe gehöre zur Ausrüstung dazu.
Geschichten im Internet, dass der Polizist Vater eines Eintrachtspielers aus der zweiten Liga sein soll, wollte Grande nicht kommentieren. „Selbst wenn es so wäre, wäre es völlig irrelevant“, erklärte er, „unsere Beamten bekommen ihre Einsatzbefehle und führen sie aus.“ Da werde vorher nicht gefragt, was ihre Kinder beruflich machen.
Mögliche Zeugen aus dem Stadion melden sich bitte bei der Polizei unter der Telefonnummer 0531/4 76 25 16.
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