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Eltern brauchen längere Kindergartenzeiten

Mittwoch Thema im Verwaltungsausschuss – Stadt will Eltern befragen.

Von Annette Heinze-Guse, 29.04.2012.


Braunschweig. „Man hat sich mit den Betreuungszeiten arrangiert. Mein Mann und ich arbeiten als Lehrer in Wolfsburg. Für uns wäre es schön, wenn die Betreuungszeit bis 14 Uhr dauern würde“, sagt Claudia Stelter vom Elternbeirat des Lehndorfer Wichern-Kindergartens.

Nicht nur dieser Kindergarten, sondern insgesamt 32 Kindergarten- und Schulkindgruppen hatten für 2012 bei der Stadtverwaltung beantragt, die Betreuungszeiten zu verlängern. Alle Anträge wurden abgelehnt. Das gehe an den Bedürfnissen der Familien vorbei, formulierte der Jugendhilfeausschuss kürzlich. Nun sind die Betreuungszeiten am Mittwoch (2. Mai) Thema im Verwaltungsausschuss.
Seit vergangenem Jahr profitieren viele Eltern und Kinder von der Gebührenfreiheit in den Kindergärten der Stadt – eine großzügige Regelung. Die Befreiuung kostet die Stadt zurzeit 5,6 Millionen Euro pro Jahr. In diesem Jahr setzt Braunschweig den Schwerpunkt aber auf die Finanzierung von Krippenplätzen für Kinder unter drei Jahren, um 2013 gesetzliche Vorgaben zu erfüllen.
„Es ist natürlich gut, dass Kinderbetreuung subventioniert wird“, sagt Pastorin Hanne-Elisabeth Reinhard, Vertreterin des kirchlichen Trägers des Wichernkindergartens in Lehndorf, „es wäre aber besser gewesen, Sockelzeiten frei zu geben und die weitere Betreuungszeit kostenpflichtig zu gestalten.“
Der kirchliche Kindergarten in Lehndorf bietet zurzeit Betreuungszeiten von maximal 8 bis 13 Uhr an. Aufgrund der Nachfrage der Eltern könnte eine der zwei Gruppen mit 25 Kindern bis 14 Uhr laufen – wenn dem Antrag stattgegeben würde. Auch umliegende Kindergärten, etwa der Geschwister-Sperling-Kindergarten im Kanzlerfeld, könnten die gewünschten Betreuungszeiten vieler Eltern nicht erfüllen, berichtet Regina Neuhof-Hartwig, Leiterin des Wichernkindergartens: „Für einige Eltern wird es jetzt ein Drahtseilakt.“
„Der Rat der Stadt hatte letztes Jahr die Vermutung, dass die Beitragsfreiheit genau dem ganz überwiegenden Willen der Eltern entsprechen würde. Sollte das nicht so sein, muss man dies möglicherweise überdenken und daraus Konsequenzen ziehen“, sagt Sozialdezernent Ulrich Markurth.
Er will jetzt in einer Umfrage klären, was Eltern wichtiger ist: Beitragsfreiheit oder Betreuungsqualität. Denkbar sei auch, so Markurth, 50 Prozent der Gebührenbefreiung für eine Qualitätsverbesserung zurückzunehmen.
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