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Einstimmig, aber nicht einig

Alle Parteien befürworten vierte IGS, trotzdem wurde hitzig debattiert

Von Marion Korth

Braunschweig (mak). Quer durch die Parteien – alle Ratsmitglieder sind für eine vierte Integrierte Gesamtschule in Braunschweig. Der Weg, bis in der Ratssitzung am Donnerstag der einstimmige Beschluss dafür fiel, glich allerdings mehr einer Holperstrecke. Nach knapp dreistündiger Debatte einigte man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner: Zum Beginn des neuen Schuljahres in diesem Sommer wird die vierte IGS im Schulzentrum Volkmarode ihren Betrieb aufnehmen.

Die Opposition hatte gehofft, gleich noch die Weichen für eine fünfte IGS im Heidberg stellen zu können. So hatte es nach der Sitzung des Verwaltungsausschusses ausgesehen, in dem die CDU-FDP-Mehrheit überraschend gebröckelt und die fünfte IGS in der Beschlussempfehlung aufgetaucht war. „Aber das war nur ein Betriebsunfall“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Pesditschek enttäuscht.

Eine Beschlussempfehlung ist kein Beschluss. Trotzdem ist richtungsweisend, was im Verwaltungsausschuss mit welcher Mehrheit entschieden wird. Doch beim Thema Integrierte Gesamtschule hatten sich SPD, Linke, Grüne und Bibs zu früh gefreut.

Am Anfang der Sondersitzung des Rates mit eigentlich nur einem richtigen Tagesordnungspunkt stand deshalb erst einmal die Frage, worüber denn nun abgestimmt werden soll. Und dann war schnell klar, dass es noch immer um den Beschlussvorschlag der Verwaltung (Errichtung einer vierten IGS am Standort Volkmarode zum neuen Schuljahr) geht. Die erweiterte Empfehlung des VA, nach der darüber hinaus weitere Schritte eingeleitet werden sollen, um eine fünfte IGS einzurichten, war zur Enttäuschung der Opposition kein Thema für Verwaltung und CDU-FDP-Mehrheit.
„Diese VA-Empfehlung gibt den Elternwillen wider, wird nun aber von der Verwaltung torpediert“, ärgerte sich Holger Herlitschke (Grüne). Auch für Uwe Jordan (SPD) ist nach dem eindeutigen Ergebnis der Elternbefragung klar: „Selbst wenn wir eine vierte IGS haben, steht fest, dass die Plätze nicht ausreichen. Braunschweig braucht eine fünfte IGS.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Pesditschek wurde noch deutlicher, die Schulplanung der Verwaltung sei nicht vorausschauend, habe kein System. „Da wird getrickst und vernebelt“, sagt er.
Streitpunkt bis zuletzt war der Standort der neuen Schule am Schulzentrum Volkmarode. Haupt- und Realschule sollen dort jahrgangsweise auslaufen. Sinkende Schülerzahlen sowohl an der Haupt- als auch an der Realschule und die guten baulichen Voraussetzungen hatten für die Verwaltung den Ausschlag für Volkmarode gegeben. Der im Süden festgestellte Bedarf spricht dagegen nicht nur aus Sicht der SPD für den Alternativ-Standort Heidberg.
CDU-Ratsfrau Anke Kaphammel: „Volkmarode ist nicht der optimale, aber nach Abwägung der richtige Standort.“ Der Bedarf für eine fünfte IGS ist da, dennoch solle erst geschaut werden, wie sich die Schülerbewegungen durch die vierte IGS verändern. Zudem werde es neue Kooperationsmodelle zwischen Haupt- und Realschulen geben, die ebenfalls Bewegung in die Schullandschaft bringen.
Nach fast dreistündiger zum Teil hitziger Debatte, einigten die Ratsmitglieder sich auf einen ersten gemeinsamen Schritt, die vierte IGS.
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