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Einig im Herzen

Gastgeber und Ehrengäste gestern Abend in der Dornse: Dr. Sadiqu Al-Moussllie, Zentralrat der Muslime, Hayri Aydin, Rat der Muslime; Pröpstin Uta Hirschler, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Ministerin Cornelia Rundt, Renate Wagner-Redding, Jüdische Gemeinde, Mehmet Günay, türkischer Generalkonsul, Yilmaz Kilic, Landesverband Ditib, Propst Reinhard Heine. Foto: Thomas Ammerpohl

Gemeinsames Fastenbrechen in der Dornse.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 08.06.2016.

Braunschweig. „Ich vermisse meine Familie und meine Freunde, ich wünsche mir so sehr, dass der Krieg aufhört“ – Applaus brandete auf , als der junge Syrer Isa Abdelsalam Najjar gestern Abend beim Fastenbrechen in der Dornse von seinem Schicksal erzählte.

Die Stadt lädt seit vielen Jahren zum Iftar, zum gemeinsamen Fastenbrechen ein, dieses Mal wurde vor allem die Einigkeit der Muslime, Christen und Juden gegen jede Form von Terror und Radikalismus beschworen.

„Wie schön, dass wir uns hier so friedlich versammeln können“, begrüßte Oberbürgermeister Ulrich Markurth die Menschen an den langen Tischen in der voll besetzten Dornse zum gemeinsamen Fastenbrechen. Stellvertretend für 14 000 offiziell gemeldete Muslime in Braunschweig feierten Abordnungen der fünf großen Moscheen – vertreten im Rat der Muslime – mit zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft das Iftar – den abendlichen Abschluss des Fastentages.

Der aktuelle Anschlag in Istanbul, Terror, Krieg und Radikalismus bestimmten die Ansprachen. „Ganze Familien machen sich voller Verzweiflung auf in Richtung Europa“, sagte Markurth. Ausdrücklich bedankte er sich für die große Unterstützung, die in Braunschweig den hilfesuchenden Menschen entgegengebracht wurde und wird. „Viele von Ihnen haben mitgeholfen“, sagte er, „viele Organisationen haben sich engagiert.“

Die Anschläge seien das Werk von menschenverachtenden Terroristen“, betonte er. „Wir wollen alles dafür tun, dass die weltweiten Streitigkeiten nicht in unsere Stadt hineingetragen werden“, appellierte er an alle Anwesenden. „Was uns hier in Braunschweig verbindet, ist kein Multi-Kulti-Haitaitai, sondern ein gemeinsamer Kern“, mahnte Markurth, „unsere Religionen haben einen gemeinsamen Stammvater, und der hat garantiert nicht zu Krieg und Verderben aufgerufen.“
Er warb um das entschiedene Einstehen für eine starke Demokratie, in der jeder seinen Glauben leben könne und lud Muslime und Juden ausdrücklich ein, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren.

Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) beschwor die Trennung von Staat und Religion als Grundlage des friedlichen Miteinanders. Gegen jede Form von Terror, rechtem Gedankengut und neosalafistischem Radikalismus könne es nur eine gemeinsame Ablehnung geben. „Wir dürfen uns vom Terror nicht trennen lassen“, appellierte sie.

„Vor mehr als 10 Jahren hat uns Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann an die Hand genommen und in die Mitte der Gesellschaft geführt“, erinnerte Hayri Aydin als Vorsitzender des Rates der Muslime in Braunschweig an den Beginn der Gemeinsamkeiten. „Der jüdisch-muslimisch-christliche Dialog, den wir uns in Braunschweig aufgebaut haben, muss weiter von uns allen gepflegt werden.“
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