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Eine Stadt auf Partnersuche

Delegation aus der südkoreanischen Stadt Gumi in Braunschweig – Montag Gespräche im DLR.

Von Marion Korth, 20.02.2011

Braunschweig. Die Entfernung zwischen Deutschland und Südkorea beträgt mehr als 8500 Kilometer. Braunschweig und Gumi trennen Welten. Eine koreanische Delegation aus der Industriemetropole lotet trotzdem Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus.

Erst Jena, dann Braunschweig. Wirtschaftsdezernent Joachim Roth und Wirtschaftsförderer Ingo Loof empfingen die Gäste am Freitag im Schloss Richmond. „Yes Gumi“ steht auf der Visitenkarte von Bürgermeister Yoo-Chin Nam. Er lässt keinen Zweifel daran, dass jeder in der Runde, der einen Industriebetrieb hat, in seiner Stadt willkommen wäre. Die Bilder in den mitgebrachten Werbebroschüren sprechen Bände: Gumi gleicht einem großen Gewerbegebiet mit viel Grün drumherum. Gumi hat mehr als 400 000 Einwohner, in Südkoreas „Silicon Valley“ sind namhafte Unternehmen aus der Elektronikbranche sowie dem Maschinenbau ansässig. Optik ist ein Schwerpunkt, zum Beweis zieht Yoo-Chin Nam seine Samsung-Kamera aus der Jackentasche. Aber auch sein Smartphone ist „made in Gumi“. Die Stadt investiert viel, um wirtschaftlich weiter zu wachsen.
„Es ist ein Beginn, ein erster Besuch“, erläutert der Bürgermeister. Noch gebe es keine Ideen für konkrete Projekte. Neue Industriezweige ausbauen, Informationen sammeln und austauschen, Partner finden, das seien die Ziele der 14-tägigen Reise durch Deutschland. Ein solcher Partner ist zum Beispiel die ZF Friedrichshafen AG, die Fahrwerktechnik in Gumi produziert.
In Braunschweig interessiert die Delegation vor allem die Infektionsforschung am Helmholtz-Zentrum, denn auch im medizinischen Bereich sehen die Koreaner Entwicklungspotenzial für ihre Stadt. Am morgigen Montag stehen umfangreiche Gespräche im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt auf dem Programm. „Die Konzentration von Forschungseinrichtungen hier in Braunschweig, die ist etwas Besonderes, da ist Braunschweig besser als wir“, sagt Bürgermeister Nam.
Wirtschaftsdezernent Roth freut sich über den Besuch aus Korea, ist aber nicht euphorisch: „Wir betrachten das recht emotionslos und schauen, ob wir Anknüpfungspunkte für einen Wissenschaftsaustausch oder Technologietransfer finden“, sagt er. Der Besuch der koreanischen Delegation könnte ein Anfang sein.
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