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„Eine gewisse Stabilität muss bleiben“

Volker Möll (Grünen-Bundestagskandidat für Wolfsburg/Helmstedt) im Gespräch für die NH-Serie „Bundestagskandidaten“. Fotos (2): regios24/Sebastian Priebe

Grünen-Politiker Volker Möll kandidiert für den Bundestag.

Von Jörg Kleinert, 22.03.2017.

Wolfsburg/Helmstedt. Umweltpolitik, Atommüll-Lagerung, Weltfrieden. Man könnte es etwas sinnvoller angehen, man sollte diese Themen besser umsetzen. Bei kniffligen Themen – ob auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene oder gar auf der Weltbühne – nutzte Volker Möll bis vor zehn Jahren in den Diskussionen häufig den Konjunktiv.

„Eines Tages hielt mir eine Freundin ein Beitrittsformular unter die Nase“, erinnert sich der 52-jährige Königslutteraner. Er sollte seine Standpunkte doch lieber politisch vertreten. Möll unterschrieb und gehört seitdem der Partei Bündnis 90/Die Grünen an.

Neuer Anlauf
Inzwischen ist der gebürtige Darmstädter, den das Architekturstudium einst aus Hessen nach Braunschweig verschlug, im achten Jahr Vorsitzender des Grünen-Kreisverbandes Helmstedt, sitzt zudem im Rat der Stadt Königslutter. 2013 nahm Möll den ersten Anlauf, in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Es klappte nicht.

Doch Möll lässt nicht locker, er tritt in diesem Jahr erneut an. Die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen des Wahlkreises Helmstedt/Wolfsburg wählten ihn im Januar einstimmig zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl.

Möll’sche Gelassenheit
Möll, der seit 25 Jahren in Königslutter lebt und in Braunschweig freiberuflich im Bereich Architektur/3D-Visualisierung arbeitet, sieht seine zweite Kandidatur mit einer gewissen Gelassenheit. „Ich profitiere dieses Mal von den Erfahrungen, die ich vor vier Jahren gemacht habe“, sagt Möll. Ein Beispiel: „Bei einer Podiumsdiskussion vor 500 Leuten in ein Mikrofon zu sprechen, war anfangs eine Herausforderung. Heute macht es sogar richtig Spaß.“

Wahlkampf-Inhalte
Geändert hätten sich dagegen die Wahlkampf-Inhalte. „Themen wie die Flüchtlingspolitik, die innere Sicherheit und der politische rechte Rand haben uns damals noch nicht beschäftigt“, sagt Möll. Ebenso wichtig seien der Umweltschutz („Wir müssen uns darauf besinnen, dass wir nur einen Planeten haben.“) und friedliche europäische und transatlantische Beziehungen. Möll: „Das sind Säulen, die alles andere tragen. Eine gewisse Stabilität muss bleiben.“

Abseits der Politik
Es gibt auch den Volker Möll abseits des politischen Lebens. Möll, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder, ist Modellflug-Liebhaber, segelt gerne, mag Städtereisen und liebt Blues- und Jazzkonzerte. „Familie, Beruf, Sport und Hobbys – ich erfreue mich an diesem Mix“, sagt er. Diese Balance wolle er sich auch in den kommenden Jahren bewahren, egal, ob im politischen Berlin oder auf kommunalpolitischer Ebene in und um Helmstedt.


Nachgehakt bei: Volker Möll

Neun Fragen an den Bundestagskandidaten


?Ich kandidiere für den Bundestag, weil …

!… es Menschen geben muss, die politische Verantwortung tragen, ohne dass ihre persönlichen Interessen im Vordergrund stehen. Ferner muss der Umweltschutz und die Friedenspolitik (wieder) eine größere Bedeutung bekommen.


?Für meinen Wahlkreis will ich in Berlin vor allem erreichen ...

!… der Wahlkreis spiegelt die Vielfältigkeit unserer Landschaft gut wider. Auf der einen Seite ländlicher Raum, auf der anderen Industrie mit seinen wertvollen Arbeitsplätzen. Beide müssen eine Zukunft haben, ohne dass wir unsere Umwelt zerstören.


?Wenn ich in Berlin nur ein einziges politisches Projekt umsetzen dürfte, dann wäre das ...

!… dass wir den vorhandenen Atommüll sicher entsorgen.


?Immer mehr Menschen wenden sich von der Politik ab, weil ...

!… pauschal sehe ich das nicht so. Aber leider wird Politik nicht für alle der Gesellschaft gemacht. Es gibt zu viele, die davon nicht oder wenig profitieren.


?Mein politisches Vorbild ist ...

!… keins


?Meine größte persönliche Stärke ist ...

!… kreativ und hochmotiviert bei Dingen zu sein, die mich bewegen oder interessieren.


?Meine größte persönliche Schwäche ist ...

!… wenig motiviert bei Dingen zu sein, die mich nicht bewegen.


?Mein Lebensmotto lautet ...

!… „Alles was du sagst, soll wahr sein, aber nicht alles, was wahr ist, musst du sagen.“? Das Motto nach Voltaire sollte für Politiker maßgebend sein.


?Wenn ich nicht in den Bundestag gewählt werde, dann ...

!… ist auch alles im grünen Bereich. Familie, Job, Sport und Hobbys warten weiterhin darauf gepflegt zu werden.
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