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„Ein großes Vermächtnis“

Der ehemalige Vorsitzende der Stiftung Dr. Rainer Zirbeck (l.) und der amtierende Vorsitzende OB Ulrich Markurth vor einem Porträt Otto Bennemanns Foto: T.A.

OB Ulrich Markurth übernimmt Vorstandsvorsitz der Otto-Bennemann-Stiftung.

Von Ann-Kathrin Ewald, 17.06.2016.

Braunschweig. Jedem, unabhängig von körperlicher oder sozialer Benachteiligung, einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen, ist einer der Eckpfeiler der Otto-Bennemann-Stiftung Braunschweig.

Als neuer Vorsitzender wurde OB Ulrich Markurth ernannt, der das Amt am 1. Juni offiziell übernahm. „Es ist ein großes Vermächtnis, das ich da antrete“, ist sich Markurth bewusst. Dennoch habe er nicht lange gezögert, als ihm das Amt angeboten wurde und er wird versuchen „die Stiftung im Geiste Bennemanns fortführen“, so Markurth weiter.
Gegründet 1994 von Bennemann selbst, stand die Stiftung bislang unter dem Vorsitz von Dr. Rainer Zirbeck, der nun satzungsgemäß mit der Vollendung des 75. Lebensjahres sein Amt niederlegte.

Der frühere Vorsitzende zeigt sich überzeugt von den Qualitäten seines Nachfolgers: „In erster Linie bin ich ihm dankbar für seine Bereitschaft das Amt zu übernehmen.“ Zudem sei er sicher, dass Bennemanns Grundwerte – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – und sein Andenken weiterhin hochgehalten werden.

Zirbeck hatte die Stiftung seit der Gründung vor 22 Jahren geleitet und wurde zu Beginn von Otto Bennemann selbst als Vorsitzender eingesetzt.
„Durch die persönliche Bekanntschaft fühlte ich mich natürlich verpflichtet, die Stiftung stets im Sinne Bennemanns zu führen“, so Zirbeck zu seiner Aufgabe und fügt hinzu: „Da bin ich mir sicher, dass dies mit Ulrich weiterhin der Fall sein wird.“

Die Bennemann-Stiftung

Otto Bennemann, der 1903 als eines von fünf Kindern eines Schlossers in Braunschweig geboren wurde, trug nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich zum Wiederaufbau Braunschweigs bei und war in der Zeit von 1948 bis 1952 und von 1954 bis 1959 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt.
Dabei lag ihm die Bildungspolitik und der freie Zugang eines jeden zur Bildung besonders am Herzen. Bei seiner Verabschiedung 1959 sagte Bennemann selbst: „Es waren die Schulen und immer wieder die Schulen ..., für die ich mich eingesetzt habe.“

1994 im Alter von 91 Jahren gründete Bennemann selbst die Stiftung, die bis heute seinen Namen trägt. In der Satzung hielt er fest, dass allein drei Braunschweiger Einrichtungen – die Lebenshilfe, das Georg-Eckert-Institut und der Arbeitskreis Sonnenberg-Gesellschaft für kulturellen Austausch e.V. – von der Arbeit der Stiftung profitieren sollten.

„So konnten wir diesen Institutionen in den vergangenen Jahren mehr als 1,4 Millionen Euro zukommen lassen“, weiß Zirbeck und auch Markurth ist überzeugt, dass dieses Geld gut angelegt wurde und auch in Zukunft angelegt sein wird.

Ein besonderes Andenken

„Wir stehen gerade in der heutigen Zeit vor großen Herausforderungen: Völkerverständigung, kultureller Austausch und Chancengleichheit sind einige der großen Themen“, weiß Markurth und weiter: „Auf diesen Gebieten leisten die drei Einrichtungen tolle Arbeit, die durch die Stiftung gefördert werden kann.“
Auch in Zukunft wird Zirbeck für die Stiftung tätig sein – als Bennemann-Kenner weiß er die eine oder andere spannende Geschichte über den Politiker und Menschenfreund zu berichten. „Schließlich war Bennemann maßgeblich für das politische Gewand des nachkrieglichen Braunschweig verantwortlich, da ist es mir ein persönliches Anliegen, das Andenken zu bewahren“, fasst Zirbeck zusammen.

Da ist es auch kaum verwunderlich, dass auch im Amtszimmer des amtierenden OBs ein Porträt Bennemanns hängt, zu dem Markurth eine amüsante Anekdote zu erzählen weiß: „Das Porträt trägt eine Tafel, wie in einem Museum, was ja eher ungewöhnlich ist. Der Grund dafür ist folgender: Nachdem zwei Damen mich einmal fragten, ob das Bild denn Erich Honecker zeige, habe ich nachträglich eine Beschriftung anbringen lassen“, schmunzelt Markurth.
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