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Ein Bahnhof sucht Anschluss

Stellen die Entwürfe im Hauptbahnhof vor (v.l.): Uwe Seel (Bahnhofsmanagement) sowie Michael Peter, Bettina Maria Brosowsky und Stefan Giesler (alle BDA). Foto: Verena Meier
 
Der Viewegs Garten wird zum „Central Garten“. Dahinter ragt eine Skyline aus Hochhäusern auf. Grafik: BDA Workshop 2015

Ausstellung zeigt Ideen, wie das Quartier rund um den Bahnhof verschönert werden kann.

Von Birgit Leute, 02.12.2015.

Braunschweig. „Sackdunkel“, „Stadtautobahn“, „kein Aufenthaltswert“ – Architekt Michael Peter lässt an der aktuellen baulichen Situation zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt kaum ein gutes Haar. Der Bund Deutscher Architekten (BDA), dessen Vorsitz er innehat, veranstaltete deshalb einen Workshop zum Thema und erarbeitete vier Gegenvorschläge. Bis zum 31. Januar sind sie in der Bahnhofsvorhalle ausgestellt.

City ist zu weit entfernt

„Wo geht’s denn hier zur Innenstadt?“ Diese Frage kennt Uwe Seel, Bahnhofsmanagement, nur zu gut. „Wer auf dem Bahnhofsvorplatz steht, findet tatsächlich keine Anhaltspunkte, die auf die City verweisen“, sagt er. Die Distanz sei zu groß, die dicht befahrene Kurt-Schumacher-Straße wirke wie eine Barriere.
Unter dem Titel „Bahnhof sucht Anschluss“ nahmen sich deshalb vier Teams aus Architekten, Stadt- und Freiraumplanern sowie Studenten genau dieser Schwachstellen an. Ihre Ideensammlung sollte in erster Linie Anstöße geben, „unabhängig von einem Investoreninteresse und ohne schon auf die Eigentumsverhältnisse einzugehen“, betont die Architektin Bettina Maria Brosowsky. Die Stadt verfolgt die Resultate dennoch mit Interesse. „Das Thema Bahnhof wurde von ihr sogar extra für den Workshop vorgeschlagen, denn es passt gut in ihr integriertes Stadtentwicklungskonzept“, so Brosowsky.
Die Zukunftsvisionen der Stadtplaner sind kühn: Das Team um Architekt Stefan Giesler schlägt – ganz nach dem Vorbild von New York – einen „Central Park“ mit Skyline vor: Hinter dem Viewegs Garten – heute ein kaum benutzter Park – ragen Hochhäuser hervor, die Kurt-Schumacher-Straße wird zum schmalen Boulevard, an der Oker weist ein Hochhaus bereits auf die Innenstadt hin, die wiederaufgebaute Ottmerbrücke schafft eine direkte Verbindung zwischen Bahnhof und City. „Im Moment wirkt der Weg zwischen Bahnhof und Innenstadt endlos. Kein Wunder: Es gibt keine Markierungen, die darauf hinweisen, dass man sich der Stadt nähert. Das wollten wir durch eine bauliche Abwechslung und durch die Verdichtung des Raums lösen“, erklärt Stefan Giesler. Ganz nebenbei schafft der „Central Park“ außerdem zusätzlich 1200 neue Wohnungen.

Kulturmeile

Ganz anders der Entwurf „Bahnhof trifft Kultur“ von Michael Peter und seinem Team. Der Viewegs Garten verwandelt sich hier in eine Kulturmeile mit viel Grün, Platz zum Chillen und einem wiederauferstandenen „Freizeit-Bildungszentrum“.
Auch bei Peter wird die Kurt-Schumacher rigoros von vier auf zwei Spuren „zurückgestutzt“, das Atrium-Bummel-Zentrum zur Straße hin mit Galerien, Bars und Büroateliers geöffnet. „Bürger und Besucher sollen das Viertel nicht möglichst schnell hinter sich bringen, sondern sich hier gerne aufhalten“, so Peter
Der BDA lädt ausdrücklich dazu ein, die Ideen zu kommentieren und denkt bereits über ein Bürgerforum im Abschluss an die Ausstellung nach.
Unter www.BDAblogNDS.de können Kommentare und Meinungen gepostet werden.
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