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Drehleiter im Einsatz für Tauben in Not

Drehleiter und Leiterwagen im Einsatz
Braunschweig: Eisenbahn |

Lösung in Sicht für die Eisenbahnüberführung an der Salzdahlumer Straße?

Die Salzdahlumer Straße gesperrt, die Leiter ausgefahren: die Situation an diesem Samstagnachmittag war akut lebensgefährlich für einige Tiere. Details sind selbst auf eine Entfernung von fünf Metern gut zu erkennen. Klar ist: Es sitzen und flattern Tauben unter der Brücke hinter den Gittern herum. Kadaver von verendeten Tieren in verschiedenen Verwesungsstadien sind stumme Zeugen einer verfehlten Vergrämungsmaßnahme. Der Fuß- und Radweg ist trotz allem verkotet. Das sieht auch Beate Gries, Sprecherin der Initiative Stadttiere Braunschweig und Ratsfrau der Grünen im Rat der Stadt. Sie hat sich bereits vor zwei Wochen selbst vor Ort einen Überblick verschafft und die Feuerwehr alarmiert.
Bereits zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen war die Feuerwehr am Samstag mit dem Hubwagen unter der Brücke, „um hinter den Gittern gefangene Tiere herauszuholen“, sagt Beate Gries. Wie die Tauben hinter die Gitter gelangen, dem sei man noch immer nicht auf die Spur gekommen. Fakt sei jedoch, dass innerhalb von 14 Tagen weitere Tauben dahinter verendet sind.
Dem Hinweis von Bürgern auf Tiere in Not muss die Feuerwehr nachgehen. Das Tierschutzgesetz unterscheidet nicht zwischen Hund, Katze, Wellensittich oder Taube. Der Schutz der Tiere habe Verfassungsrang, seit dem Inkrakfttreten des Artikel 20a Grundgesetz, so Beate Gries. Um 11:55 Uhr wird die rechte Fahrbahn der Salzdahlumer Straße halbseitig gesperrt. Segment für Segment arbeitet sich die Feuerwehr vor. Zunächst mit Hubwagen, weit unter der Brücke mit Steckleiter, das ist sicherer für die Einsatzkräfte. Rund zwei Stunden sind die Feuerwehmänner in der Höhe unterwegs, öffnen jedes einzelne Feld, hinter dem Tauben gefangen sind. Wenn das senkrechte Gitter laut krachend runterklappt fliegen sie sogleich heraus. Die Freiheit hat sie wieder. Die Tierschützer atmen erleichtert auf.
Passanten bleiben stehen. Verwunderte Blicke. Warum ist die Feuerwehr da und die rechte Fahrbahn und der Radweg dicht? Wer nach dem Grund fragt, bekommt zur Antwort: Gefahrenabwehr - Tierschutzeinsatz wegen Tauben. Die Blicke wechseln von verwundert zu verdutzt. Einer fragt: „Was ist, wenn es einen Großbrand gibt? Dann fehlen doch die Löschfahrzeuge, die hier im Einsatz sind?“ „Dann wird selbstverständlich die Rettungsaktion unterbrochen“, gibt es zur Antwort.
13:55 Uhr: Acht Tauben gerettet, die Straße unter der Eisenbahnbrücke ist wieder frei, der Verkehr kann rollen. Die Tierschützer und die Feuerwehr eint der Gedanke, dass es hoffentlich der letzte Einsatz an der Eisenbahnüberführung über die Salzdahlumer Straße war. Erste Gespräche zwischen Tierschützern und der Verwaltung haben bereits stattgefunden. Die Bahn ist im Boot. Das Ziel ist klar: Eine dauerhafte Lösung für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, für die Sauberkeit unter der Überführung, für die Bahn und natürlich für die Tiere. Sie scheint in Sicht.


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7 Kommentare
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Helga Baum aus Braunschweig - Innenstadt | 19.08.2017 | 18:18  
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Randall Skeffington aus Braunschweig - Innenstadt | 19.08.2017 | 18:35  
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inge prestele aus Braunschweig - Innenstadt | 19.08.2017 | 19:15  
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Verena Niemann aus Braunschweig - Innenstadt | 19.08.2017 | 19:47  
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Verena Niemann aus Braunschweig - Innenstadt | 19.08.2017 | 19:47  
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S. Leunig aus Braunschweig - Innenstadt | 19.08.2017 | 21:25  
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Renata Wyganowska aus Braunschweig - Innenstadt | 20.08.2017 | 09:49  
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