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Diskussion um Kitas, Gewerbegebiete und um die Stadtentwicklung

Hans-Jürgen Schünemann, Wittich Schobert, Moderator Jürgen Paxmann, Stefan Broughman und Verena Ahrendts (von links) stellen sich den Fragen der Redaktion der Helmstedter Nachrichten und des Publikums. Fotos (2): Erik Beyen
 
Hans-Jürgen Schünemann,Verena Ahrendts, Wittich Schobert und Stefan Broughman (von links).

Helmstedts vier Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Fragen der Braunschweiger Zeitung.

Von Erik Beyen, 08.09.2017.

Helmstedt. Am 24. September wählen die Menschen der Stadt Helmstedt nicht nur einen neuen Bundestag, sie bestimmen auch, wer für die nächsten Jahre an der Spitze der nach der Fusion mit Büddenstedt gewachsenen Stadt steht. Vier Kandidaten stellen sich zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters der Kreisstadt: Verena Ahrendts (UWG), Stefan Broughman (AfD), Amtsinhaber Wittich Schobert (CDU) und Hans-Jürgen Schünemann (SPD). Dieser Tage beantworteten sie in einer Podiumsdiskussion der Helmstedter Nachrichten Fragen, die so manchem Bürger unter den Fingernägeln brennen. Erstes Fazit: Sie sehen sich alle bestens für das Amt gerüstet.

Fünf thematische Schwerpunkte stellte Redakteur und Moderator Jürgen Paxman zur Diskussion. Der erste war das Gewerbegebiet in Barmke, und in dieser Sache sah Wittich Schobert im Sinne einer positiven Stadtentwicklung keine Alternative. „Entwickeln wir die Stadt nicht mehr, entwickelt diese sich zurück“, sagte er. Hans-Jürgen Schünemann forderte eine Kooperation in größerem Stil, nämlich mit den umliegenden Städten Braunschweig und Wolfsburg sowie den Landkreisen Wolfenbüttel und Gifhorn. Verena Ahrendts stellte die Menschen in den Mittelpunkt, denn die müssten sich auch wohlfühlen können. Klar gegen das Gewerbegebiet positionierte sich Stefan Broughman. Er glaube nicht an die Ansiedlung großer Unternhmen, die ihr Geld im Landkreis lassen.
Schwerpunktthema zwei war die Innenstadt-Entwicklung am Beispiel der Edeka-Ansiedlung an der Braunschweiger Straße.

Hans-Jürgen Schünemann erwartet damit eine Belebung der Innenstadt. Verena Ahrendts hält die Ansiedlung des Marktes für überfällig und mahnte Einkaufsmöglichkeiten für ältere Menschen und jene mit Behinderungen an. Stefan Broughman sah das ganz anders: Der Markt belebe die Innenstadt nicht, wohl aber habe man ein Gebäude, das weit besser geeignet sei, das Hotel Pätzold. Wittich Schobert verbuchte die vermutliche Ansiedlung des Marktes auf der Habenseite seiner Bilanz. Eine Handelsstadt wie Helmstedt müsse auch anbieten können, was nachgefragt wird.

Eines der Reizthemen des Abends war „Wohnen“. Verena Ahrendts mahnte mehr Gerechtigkeit an und schlug ein Umlagesystem vor, um im Ergebnis bezahlbare Mieten zu haben und gleichzeitig das Stadtbild verbessern zu können. Bezahlbare Mieten forderte auch Stefan Broughman, ganz besonders für Familien. Dafür wolle er als Bürgermeister sorgen, verriet aber nicht, wie. Wittich Schobert verwies auf die erfolgreiche Ausweisung von Baugebieten. Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und werde die Chance nutzen, weitere Gebiete zu erschließen. Hans-Jürgen Schünemann korrigierte Broughman und Ahrendts: Es gebe bezahlbaren Wohnraum, etwa in Büddenstedt. Man müsse aber auch für die entsprechende Infrastruktur sorgen.

Eine perfekte Überleitung war das, denn der nächste Punkt befasste sich eben mit dieser Infrastruktur, den wesentlichen Faktoren, deretwegen sich Menschen in der Stadt Helmstedt niederlassen. Schulen und Kitas gehören dazu. Jetzt sah sich Wittich Schobert Kritik seiner drei Herausforderer gegenüber: Stefan Broughman warf ihm indirekt den Missbrauch des Themas für Wahlkampfzwecke vor. Zudem hätte man etwa die Ostendorfschule niemals schließen dürfen. In Sachen Schaffung von Kita-Plätzen sieht Hans-Jürgen Schünemann die Verwaltung in der Pflicht. Er verstehe nicht, warum man erst anfange, Kitas zu erweitern oder zu bauen, wo der Bedarf nicht mehr gedeckt werden könne. Schünemann fordete, sich in dieser Sache nicht alleine auf die Kernstadt zu konzentrieren. Und Verena Ahrendts brachte einmal mehr die allgemeinde Entwicklung der Stadt im Sinne der Menschen ins Spiel, da diese sich ohne eine Wohlfühlumgebung gar nicht erst für Helmstedt entschieden.

Es war ein langer Diskussionsabend mit etlichen Fragen aus dem Publikum. Teil zwei der Diskussion folgt.
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