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Diskriminierung an der Diskotür stoppen!

Protest der Aktion "Heute nur für Stammgäste", 2015 (Foto: https://www.asta.tu-braunschweig.de/de/autonome-referate/auslaenderinnenreferat/fruehere-semester/)

Immer wieder gibt es auch in Braunschweig Beschwerden über diskriminierende Einlasskontrollen in Diskotheken. Der Vorwurf: Menschen werden allein aufgrund rassistischer Merkmale, wegen ihrer Hautfarbe und ihrer (vermeintlichen) Herkunft oder ihrem Status als Flüchtlinge, nicht eingelassen.

Vor einigen Tagen soll es erneut einen solchen Vorfall gegeben haben: Ein junger Mann, der zu Besuch in Braunschweig war und mit Freunden die Diskothek „Schwanensee“ besuchen wollte berichtet: „Dort angekommen liefen zwei unser Frauen voraus - ohne Probleme kamen sie durch. Danach kamen Ahmed, David, und Sam. Alle ohne deutschen Pass aber mit deutscher Aufenthaltsgenehmigung. Man sollte meinen, es bräuchte nicht mehr. Doch sie wurden nicht reingelassen. Die zwei Frauen fragten, warum die Jungs nicht rein dürften… Doch die Türsteher sagten nicht mehr, als dass das einfach so sei.“ Die Türsteher hätten die Drei zur Seite gestoßen, es habe ein Gerangel gegeben. Einer der Drei soll dann noch beim rausgehen vom einem der Türsteher einer anderen Diskothek im gleichen Gebäude „geschlagen und getreten“ worden sein.

Inzwischen hat der junge Mann eine Online-Petition (https://weact.campact.de/petitions/kein-rassismus-in-deutschen-diskotheken) unter dem Motto „Kein Rassismus in deutschen Diskotheken!“ gestartet, die sich an die Betreiber des „Schwanensee“ richtet.

Dort schreibt er: „Das schlimmste an dieser Geschichte ist jedoch, dass die fünf Geflüchteten nicht so schockiert waren wie wir. Denn sie haben solch eine Situation nicht zum ersten Mal erlebt. Im Gegenteil, das scheint fast die Regel zu sein. Ich persönlich möchte keinen Schritt mehr in diese Diskothek setzen. Zumindest solange die Einlasskriterien so willkürlich bis rassistisch erscheinen. Setzt ein Zeichen für Buntschweig! Macht keinen Platz für Rassismus, erst recht nicht auf der Tanzfläche.“

Bereits im Februar 2015 testen „ausländische“ Studierende der TU Braunschweig die Praxis bei Braunschweiger Diskotheken und protestierten mit der Aktion „Ausländerverbot hier: Heute nur Stammgäste!“ gegen Diskriminierungen an der Diskotür. Auch da geriet das „Schwanensee“ in den Blick.

Auch über andere Clubs der Betreiber des „Schwanensee“ liegen dem Bündnis gegen Rechts entsprechende Beschwerden vor: „Ich durfte auf Grund meiner schwarzen Haare den Club nicht betreten !!?? Warum nicht ???“, schreibt ein Betroffener im Internet. Ein Frau berichtet, dass junge Flüchtlinge an einer Clubtür abgewiesen worden sein, weil angeblich nur „Studenten“ reingelassen würden. Bei „deutsch“ aussehenden Menschen seien aber die „Studentenausweise“ gar nicht kontrolliert worden.

Zudem arbeitet nach Informationen des Bündnis gegen Rechts auch ein Neonazi als Türsteher für die Betreiber: Der Türsteher soll zu den „Hammerskins“ gehören, regelmäßig an internationalen Treffen und Konzerten dieser militanten Neonazi-Vereinigung teilnehmen und mehrmals selbst konspirative Treffen der „Hammerskins“ im Landkreis Wolfenbüttel organisiert haben.

David Janzen, Sprecher des Bündnis gegen Rechts: „Da es auch an Braunschweiger Diskotüren rassistische Einlasskontrollen gibt, ist kein Einzelfall. Immer wieder gab es in der Vergangenheit entsprechende Beschwerden von Betroffenen. Dabei ist die Rechtslage klar: Niemand darf wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft an der Diskotür abgewiesen werden. Wer sich nicht dran hält kann mit einem Ordnungsgeld belegt werden. Hier ist jetzt die Stadt Braunschweig gefragt, dass auch durchzusetzen.“

Die Partei Die Linke hat jetzt einen Antrag in den Rat eingebracht, der die Stadt auffordert, ähnlich wie bei den Kontrollen zum Verkauf von Alkohol an Minderjährige, die Einlasskontrollen der Diskotheken zu überprüfen und bei Verstößen gegen das Antidiskriminierungverbot Bußgelder zu verhängen.
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3 Kommentare
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Hans-Jürgen Hain aus Braunschweig - Innenstadt | 24.02.2017 | 11:35  
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David Janzen aus Braunschweig - Innenstadt | 24.02.2017 | 15:10  
377
Hans-Jürgen Hain aus Braunschweig - Innenstadt | 24.02.2017 | 15:48  
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