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Die Zeichen stehen auf Neubau

Gutachten zur Wohnungsmarktentwicklung sieht Braunschweig weiterhin auf Wachstumskurs.

Von Marion Korth, 12.05.2013.

Braunschweig. Eine schöne Wohnung in der Stadt mit angemessener Miete zu finden, ist zwar möglich, es könnte aber ein wenig länger dauern. Eine Studie belegt jetzt in Zahlen, was viele Menschen erleben. Als Folge der demografischen Entwicklung geht außerdem der Trend zu kleineren Haushalten.

In den nächsten zehn Jahren wird die Suche mühsamer werden, die Nachfrage gerade nach Geschosswohnungen steigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Wohnungsmarktstudie.
Die Nibelungen Wohnbau GmbH hatte damit das Institut für Stadt-, Regional- und Wohnungsforschung beauftragt, um eine aktuelle Datenbasis für Investitionsentscheidungen zu haben. Diese Daten dürften aber auch für private Bauherren interessant sein. „Wir brauchen Wohnungen und Wohnflächen ohne Wenn und Aber“, sagte der für Stadtentwicklung zuständige Dezernent Ulrich Stegemann bei der Vorstellung der Zahlen. Ein Leerstandrisiko sei für die nächsten Jahre auch nicht im kleinsten Ansatz zu erkennen. Mit anderen Worten: Die Investitionssicherheit sei groß.
Mangelware sind derzeit größere und günstige Wohnungen sowie kleine Wohnungen für Studenten und Singles. Die Situation wird sich noch verschärfen. Die Studie sagt für Braunschweig ein weiteres Bevölkerungswachstum voraus.
Als Folge der demografischen Entwicklung geht außerdem der Trend zu kleineren Haushalten. Die über 60-Jährigen leben ganz überwiegend allein oder in einem Zwei-Personen-Haushalt.
Bis zum Jahr 2020 wird mit einem Bevölkerungszuwachs von 1,9 Prozent gerechnet, die Zahl der Haushalte soll sogar um 2,4 Prozent steigen. Das sind 3100 Haushalte und ebenso viele Wohnungen, die bis zum Jahr 2020 gebraucht werden. Als Reserve seien weitere 1300 Wohnungen erforderlich, um die benötigten Freiräume für einen Wohnungswechsel zu schaffen und um Leerstände für Renovierung und Sanierung ausgleichen zu können.
Die Zeichen in Braunschweig stehen also wieder auf Neubau. Nibelungen-Geschäftsführer Rüdiger Warnke wertet das als positives Zeichen nach Jahren der Bestandsbewirtschaftung und Sanierung. Die Nibelungen Wohnbau etwa wird auf dem Gelände, das nach dem Abriss der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule frei wird, rund 200 neue Wohnungen schaffen. Im Stadtgebiet insgesamt sind es aktuell 2000 Wohneinheiten, die sich in laufenden Planungs- oder Genehmigungsverfahren befinden, ein großer Teil im Nördlichen Ringgebiet. „Wobei es nördlich der Ludwigstraße oder auch im Bereich der Holwedeklinik noch Potenzial gibt“, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Um die Nachfrage besonders in den nächsten fünf Jahren decken zu können, müssten alle gut zusammenarbeiten: Stadt, private Bauherren sowie Wohnungsbaugenossenschaften.
Junge Neubürger
Braunschweig ist nicht die einzige Stadt in der Bundesrepublik, die wächst, ihre Besonderheit ist aber, dass viele der Neubürger im Alter zwischen 25 und 30 Jahren sind und auch nicht direkt aus dem Umland, sondern aus verschiedenen Teilen der Bundesrepublik zugezogen sind. Das Wachstum Braunschweigs sei also nicht allein das Ergebnis einer „Landflucht“. Dezernent Ulrich Stegemann spricht dann auch von der „großen Anziehungskraft“ Braunschweigs.
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