Anzeige

Die Stadtbahn hat das Rennen gemacht

Verkehrsplaner Dr. Tobias Wermuth, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Jörg Reincke (Verkehrs-GmbH) und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer stellten das Stadtbahnausbaukonzept vor. Der Rat entscheidet darüber am 21. Februar. Der ÖPNV-Anteil soll von derzeit 13 auf 20 Prozent steigen. Korth

Bewertung ergab: Ausbau des Gleisnetzes ist wirtschaftlich sinnvoll – Montag Infoveranstaltung.

Von Marion Korth, 14.01.2017.

Braunschweig. Braunschweig macht sich auf den Weg – und setzt dabei stark auf die Stadtbahn und den Öffentlichen Pernonennahverkehr (ÖPNV) insgesamt. Gestern hat Oberbürgermeister Ulrich Markurth (SPD) einen umfassenden Ausbau des Stadtbahnnetzes bis 2030 um insgesamt rund 18 Kilometer vorgeschlagen. Volkmarode-Nord, das Kanzlerfeld oder auch das Klinikum sollen danach in Zukunft mit der Stadtbahn erreichbar sein.

Der Ausbau des Stadtbahnnetzes ist ein Baustein in einem Gesamtkonzept, um die Mobilität in einer wachsenden Großstadt auch morgen noch garantieren zu können. Prognosen gehen davon aus, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2030 um mehr als 20 000 Menschen wächst, außerdem in den Gewerbegebieten mehr als 17 000 Arbeitsplätze entstehen werden. In einigen Abschnitten seien die Kapazitäten von Bus und Bahn bereits ausgeschöpft. Lösungen müssen her, investiert werden muss mit oder ohne Stadtbahnausbau. „Dabei geht es nicht um den Kampf von ÖPNV und Auto, Bus oder Bahn“, betonte Markurth. E-Busse wie der Emil seien extrem teuer, hinzu komme, dass eine Stadtbahn die Fahrgäste von drei Standardbussen aufnehmen kann, erläuterte Verkehrs-GmbH-Chef Jörg Reincke.

Im Dezember 2014 hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, sechs neue Stadtbahnkorridore zu bewerten. Alle sechs haben in einer standardisierten Bewertung bei der Berechnung des Kosten-Nutzen-Faktors die magische Zahl Eins übersprungen, das Zielnetz schafft eine 1,3 und ist damit wirtschaftlich. In diese Berechnung fließen auch Faktoren wie verminderte Umweltemissionen ein. Die Baukosten werden rund 200 Millionen Euro betragen – verteilt bis 2030. Die Aussichten auf Landes- und Bundesmittel bewertete Markurth nach Vorgesprächen als gut: „Wir sind jetzt einfach mal dran.“ Die Förderung ist Voraussetzung, um das Konzept zu verwirklichen. Ziel ist es, die Zahl der Fahrten in den Bussen und Bahnen der Verkehrs-GmbH von 40 auf 50 Millionen, den ÖPNV-Anteil am Verkehr von 13 auf 20 Prozent zu erhöhen.

Am Montag (16. Januar) ab 18 Uhr wird den Bürgern das Ausbaukonzept in der Stadthalle vorgestellt. Die Bürger sollen auch im weiteren Verlauf des Planungsverfahrens intensiv beteiligt werden, sicherte Leuer zu. Viele Detailfragen bezüglich der Trassenführung sind offen. So ist auch noch nicht entschieden, ob die Bahn durch die Gördelinger Straße oder die Güldenstraße geführt werden soll.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.