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Die Pläne für ein neues Rathaus

Über eine mögliche Sanierung des Rathaus-Neubaus wird am Dienstag im Rat entschieden

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. Die Pläne sind kaum fertig, da ist das Projekt schon heftig umstritten: Die Sanierung des Rathaus-Neubaus.

Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink legte jetzt Modellgrafiken der Giesler Architekten vor, die grundsätzliche Entscheidung für den Rathausumbau fällt am Dienstag im Rat. Rund 10, 5 Millionen Euro soll der Umbau kosten, zwei Millionen sind aus dem Konjunkturpaket eingeplant.
Bereits im Jahr 2006 hatte die Stadt die Technische Universität mit der Untersuchung des Rathaus-Neubaus beauftragt. Das Fazit war eindeutig: „Es besteht erheblicher Handlungsbedarf.“ Vor allem energetisch sei das Gebäude kaum noch zu verantworten.
Während die Verwaltung betont, dass der Rückbau auf drei Geschosse deutlich günstiger sei, als die Renovierung des Komplettgebäudes, fordern Teile der Opposition genau diese Form der Sanierung. Außerdem müssen noch Verhandlungen mit Mietern und Eigentümern im Rathaus-Neubau abgeschlossen werden, es geht um Entschädigungen und Ausgleichszahlungen. Für den Fall, dass es keine Einigung geben werde, hatte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann bereits angekündigt, dass er das Thema „Rathaus-Neubau“ seinem Nachfolger überlassen werde, um die zwei Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket noch Ein Kind seiner Zeit: Der Rathaus-Neubau hat Schwächen und Problemzonen. „Er kann halt nicht so nobel altern wie das alte Rathaus“, sagte Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink bei der Vorstellung der Sanierungspläne.zeitnah in ein anderes Projekt verplanen zu können. 10,5 Millionen soll der Rückbau kosten, zwei Millionen sind aus dem Konjunkturprogramm vorgesehen (wir berichteten).
Mit dem Wiederaufbau des Schlosses, zahlreichen Bauprojekten sowie der Neugestaltung des Bohlweges werde dieser Stadtraum mehr und mehr zu einem großstädtischen Boulevard. Darin solle sich künftig auch der Rathausneubau mit einer hellen und architektonisch anspruchsvollen Fassade harmonisch einfügen“, sagte Zwafelink bei der Präsentation des Entwurfs der Giesler Architekten. Die Stadt wird das Projekt dem Rat zu seiner Sitzung am Dienstag (17. Februar) vorschlagen.
Finanzierbarkeit wichtig
„Die Finanzierbarkeit und die Realisierbarkeit für Mieter und Eigentümer stehen an erster Stelle bei den Planungen“, machte Zwafelink deutlich. Energetisch würde der Bau von 1970 auf einen „Superstandard“ gebracht, für das Innenleben habe man sich auf eine „bescheidene Variante“ geeinigt.
Dass mit der Sanierung auch eine entscheidende Verbesserung des Stadtbildes möglich werde, sei ein schöner Nebeneffekt, aber nicht das Hauptmotiv gewesen.
„Mit der Sanierung des Rathaus-Neubaus wollen wir einen angemessenen architektonischen Stadtbaustein am Bohlweg setzen“, sagte Zwafelink. Entscheidend seien zwar die erheblichen bautechnischen und energetischen Mängel des nach 38 Jahren Gebrauch stark renovierungsbedürftigen Gebäudes – mit daraus resultierenden wirtschaftlichen Betrachtungen. Die Sanierung biete die einmalige Chance, zugleich einem städtebaulichen Missstand abzuhelfen. „Das Konzept der Giesler Architekten ist in besonderem Maße stringent gestaltet und setzt die Linie der geplanten Fassaden-Neugestaltung an der Bohlweg-Westseite in überzeugender Weise fort“, sagte der Stadtbaurat. Für die Neugestaltung der Häuserzeile gegenüber dem Schloss hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgelobt. Das Konzept für den Rathaus-Neubau knüpfe inhaltlich an dessen Ergebnis an.
Offenheit und Licht
„Die Konzeption für den Teilrückbau um bis zu fünf Geschosse und die Fassadensanierung des Rathaus-Neubaus sieht vor, die verbleibende Substanz architektonisch neu zu interpretieren, da sich die Gesamterscheinung nach dem Rückbau auf fünf Geschosse mit einer Traufhöhe von rund 20 Metern erheblich verändert“, erläuterte Zwafelink weiter. Proportionen und Maße, Materialität, optisches Gewicht und Masse des Anbaus würden sich verschieben. Das architektonische Leitmotiv der Horizontalität werde weiter entwickelt und neu interpretiert. Derzeit werde sie durch die einzelnen Stockwerke des auf den geschäftlich genutzten zweigeschossigen Sockel aufsitzenden Verwaltungsgebäudes erzielt.
„Das Verwaltungsgebäude soll raumhohe Fenster erhalten“, schilderte Zwafelink die Einzelheiten. „Die Gestaltung signalisiert Offenheit und Transparenz – für die Mitarbeiter, die die Räume nutzen, ebenso wie für die Bürger.“ Die bisherige Gestaltung wirke trotz eines hohen Glasanteils eher verschlossen. Mit der Verringerung der Fassadentiefe werde der Lichteinfall in die Büros verbessert und die Anmutung urbaner Präsenz erreicht. Helle Fassaden, zum Beispiel aus Naturstein, stellten eine engere Verbindung zum Umfeld her, als dies bisher der Fall sei.
In Architektenkreisen werde teilweise schon die Diskussion über die Option Rückbaukonzept als Angriff auf die Moderne missverstanden. „Dabei werden die Aspekte Energetik und Sanierungsstau gern ignoriert“, sagte Zwafelink.
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