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„Die Lehrer stehen hinter uns“

Schüler planen Demonstration für bessere Schulen, kleinere Klassen, mehr Lehrer

Von Ingeborg Obi-Preuß

Braunschweig. „Meine Mutter ist stolz und unterstützt mich“ – Kristiane Sumpf gehört zum Organisationsteam der geplanten Schülerdemonstration und ist froh über den Rückhalt.

Gemeinsam mit drei Mitstreitern hatte sie zur Pressekonferenz eingeladen. Selbstbewusst und gut vorbereitet, sprachen die jungen Menschen von ihren Zielen und Beweggründen: kostenfreie Bildung, Lernmittelfreiheit, freies Mittagessen und freie Fahrtkosten gehören zu ihrem Forderungskatalog. Das und noch mehr wollen sie auf einer Kundgebung am Mittwoch (12. November) öffentlich einfordern.
Alle vier Organisationsteam-Mitglieder berichten von einer breiten Unterstützung in ihrem privaten Umfeld, aber auch an den jeweiligen Schulen. Die ist auch nötig, denn die Schüler müssen sich bereits mit heftigen Vorwürfen und Kritik auseinandersetzen. Mia Kunze, Kristiane Sumpf, Philipp Zimmermann und Sebastian Frank sind sehr gut vorbereitet. Als Organisationsteam stehen sie Rede und Antwort. Im Vorfeld der Demonstration hat es bereits jede Menge Ärger gegeben, die Schüler sahen sich mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Beispielsweise wird angenommen, die Demonstranten wollten das dreigliedrige Schulsystem abschaffen. „Das wollen wir nicht“, sagen die Schüler, „wir wollen nur, dass es auch genügend Plätze an Gesamtschulen gibt.“
Unter anderem hat die Landtagsabgeordnete Heidemarie Mundlos bemängelt, dass die Demonstration für morgens um 10 Uhr geplant ist und damit Unterricht ausfalle. „Wenn wir nachmittags demonstrieren, interessiert das doch fast keinen“, sagen dazu die Organisatoren. 2005 und auch 2007 habe es Demonstrationen am Nachmittag gegeben, „damals gab es überhaupt keine Reaktion aus dem Ministerium“, sagt Philipp Zimmermann. Das ist jetzt anders, das Ministerium hat sofort einen Erlass an die Schulen geschickt, in dem es um die Freistellung geht.
Offiziell ist demnach die Frage der Freistellung von Schülern eine Einzelfallentscheidung. Darüber machen sich die Schüler aber nicht allzu viele Gedanken. „Die meisten Lehrer sind auf unserer Seite“, sind sich die jungen Demonstranten sicher. Und auch ihre Schulleiter würden hinter ihnen stehen. „Schließlich sind die Zustände an unseren Schulen ja nicht nur für uns, sondern auch für unsere Lehrer eine Zumutung“, sagen die Jugendlichen.
Die Demonstration soll am Mitwoch (12. November) um 10 Uhr auf dem Rathausvorplatz, Platz der Deutschen Einheit, beginnen. Die Abschlusskundgebung ist nach einem Zug durch die Innenstadt ab 12 Uhr auf dem Kohlmarkt geplant.
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