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„Die fahren noch bei Dunkelrot“

ACE-Mitglieder beteiligten sich an der bundesweiten Kampagne „Denk dran. Halt an!“

Von Marion Korth

Braunschweig. „Wir hätten hier heute schon viel Geld kassiert.“ Aber statt sich Kennzeichen zu notieren, macht Uwe Kiene vom Auto-Club Europa (ACE) nur wieder einen Strich auf seiner Liste. Mehr als die Hälfte aller Autofahrer überrollen die Haltelinie vor dem Stoppschild am Brodweg.

Die Mitglieder des ACE-Kreises Braunschweig beteiligten sich an der bundesweiten Kampagne „Denk dran. Halt an!“, die in mehr als 200 Städten und Gemeinden stattfand. Es ging dabei nicht um eine repräsentative Untersuchung. Aber am Ende des Tages hatten sie eine Momentaufnahme festgehalten – mit einem ernüchternden Ergebnis.
Zwei Brennpunkte hatten sich die Braunschweiger Beobachter ausgesucht: Die Ampelanlage am Augusttorwall/Kennedy-Platz/Wolfenbütteler Straße sowie das Stoppschild an der Einmündung Brodweg/Helmstedter Straße. „Erschreckend“, nennt ACE-Kreisvorsitzender Uwe Kiehne das Ergebnis nach einer Stunde: Am Augusttorplatz hatten an die drei Prozent (genau 2,76 Prozent) der Autofahrer noch einmal Gas gegeben, obwohl die Ampel längst Rot zeigte. „Die fahren wirklich bei Dunkelrot. Da kann man nicht nur 21, sondern auch noch 22 und 23 zählen“, berichtet Kiehne. Nach dem neuen Bußgeldkatalog würde eine Überschreitung von mehr als einer Sekunde 200 Euro (vorher 125) kosten, dazu kommen vier Punkte auf das Flensburger Konto sowie ein Monat Fahrverbot. Bei Gelb fuhren immerhin noch fast sieben Prozent von insgesamt 870 gezählten Fahrzeugen weiter, anstatt abzubremsen.
Die Stichprobe der ACE-Mitglieder Uwe Kiehne, Gerhard Grüttemann und Erich Böttger am Brodweg ergab, „dass es mehr Darüberroller als Anhalter“ gab. In rund 66 Prozent der Fälle hatten die Autofahrer die Haltelinie ignoriert und waren gleich bis an die Sichtlinie vorgefahren. Schlechte Karten für Radfahrer oder Fußgänger, die genau in dem Bereich zwischen Halte- und Sichtlinie die Straße kreuzen müssen. Zum Glück kam gerade niemand.
Kiehnes Fazit: „Unter dem Aspekt der Verkehrserziehung und Verkehrsüberwachung sehen wir hier schon Handlungsbedarf.“ Die Ergebnisse des ACE werden der Polizei sowie der Kreisverkehrswacht zur Verfügung gestellt. Außerdem werden alle bundesweiten Zahlen zusammengefasst, um ein Gesamtbild zu erhalten.
Nachfrage bei der Polizei. „Eine stationäre Ampelüberwachung gibt es in Braunschweig nicht“, sagt Polizeipressesprecher Wolfgang Klages der nB. An der Einmündung Güldenstraße/Lange Straße steht zwar ein „Starenkasten“, aber der ist seit langem leer.
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