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Die alte Druckerei war ein dicker Brocken

Erst Abriss, nun Erdarbeiten: Um das gesamte Gelände auf ein Höhenniveau zu bringen, werden die Bauschuttberge, die von der Druckerei übriggeblieben sind, nicht reichen. Fotos: T.A.
 
Blick aus dem ehemaligen Pressehaus, das weiterhin als Bürogebäude genutzt wird, Richtung Mittelweg. Das Foto gibt annähernd einen Eindruck von der Größe des Geländes.

Auf dem ehemaligen Pressehausgelände schreiten die Erdarbeiten voran – Pläne für Supermarkt und Wohnbebauung.

Von Marion Korth, 05.01.2016.

Braunschweig. Berglandschaft aus Bauschutt – die alte Druckerei an der Hamburger Straße war ein dicker Brocken. Die Abrissbagger hatten gut daran zu knacken. „Ein Dreivierteljahr haben die Arbeiten gedauert. Manche Leute haben schon gefragt, warum es nicht weitergeht.“ Baustellenrundgang mit Ulrich Stegemann, einem der Geschäftsführer der Staake Investment & Consulting GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat für das insgesamt rund 60 000 Quadratmeter große Grundstück neue Pläne. Es ist ein Baustein in dem Stadtentwicklungsprojekt Nördliches Ringgebiet.

Einen Bebauungsplan gibt es derzeit noch nicht. „Wir befinden uns in der Abstimmung mit der Stadt“, sagt Stegemann. Wo früher die Druckerei stand, sollen ein großer Supermarkt mit Vollsortiment und ansprechender Fassade zur Hamburger Straße hin entstehen, dahinter – sozusagen in zweiter Reihe – ein Discounter.
Die Druckerei, obwohl sehr solide und qualitätvoll gebaut, passte nicht zum Supermarktkonzept, deshalb blieb nur der Abriss. Stehen geblieben ist das ehemalige Pressehaus, vierstöckig und mit einer Grundfläche von rund 11 000 Quadratmetern, in dem auch die nB vor dem Umzug ins Petrihaus ihre Räume hatte. Es wird nach einer Innensanierung weiterhin als Bürogebäude genutzt. Hinsichtlich Wärmedämmung oder auch Fenstern müsse nachgebessert werden, ansonsten befinde sich die Immobilie in Top-Zustand, sagte Stegemann. Wo sich im hinteren Teil des Geländes die Cafeteria anschloss, ist ein Parkhaus geplant. Drei Firmen sind aus dem Bestand verblieben. „Auf Neuvermietungen haben wir bewusst verzichtet“, sagt Stegemann. Neben einer Großbaustelle zu arbeiten, sei nicht das reine Vergnügen. Einen „richtigen“ Eingang sucht man ebenfalls vergeblich. Der gläserne Verbindungsgang mit Empfang wurde ebenfalls abgerissen. Mit Abschluss der Erdarbeiten im Frühjahr werde ebenerdig ein neuer Eingang gebaut werden.
Nach Osten hin werden Wohngebäude entstehen. „Von der Optik her müssen sie sich städtebaulich anpassen“, sagt Stegemann mit Blick hinüber zur Blockbebauung am Mittelweg. Wie genau das aussehen wird, weiß auch Stegemann noch nicht, die Arbeit der Architekten und die weitere Abstimmung mit der Stadt müssten abgewartet werden. Auch hinsichtlich Art und Anteil der Wohnungen – verdichtete Bauweise oder Stadtvillen, Miete oder Eigentum – ist noch nichts festgezurrt. „Fragen Sie mich im Sommer wieder, dann haben wir die Pläne“, meint Stegemann.
Ein schmaler Grundstücksstreifen am Nordrand zu den Bahnschienen hin wird an die Stadt abgetreten, damit dort das Ringgleis Richtung Osten fortgeführt werden kann. Eine durchgehende Verbindungsstraße – oder gar ein Schleichweg – zwischen Hamburger Straße und Mittelweg wird es zumindest für Autofahrer nicht geben. Eine Querung wird nur zu Fuß oder mit dem Rad möglich sein. Bei der Neugestaltung der Hamburger Straße wurde der zukünftige Knotenpunkt für die Supermarktzufahrt bereits angelegt, in einem Schwenk geht es auf dem Grundstück zu den vorgesehenen mehr als 300 Parkplätzen.
Mit der zeitlichen Vorausschau ist Stegemann vorsichtig: „Ende des Jahres hoffen wir, mit den Supermärkten beginnen zu können“, sagt er. Mit zwei Jahren Bauzeit sei zu rechnen, die Wohnbebauung werde in einem zweiten Schritt – wahrscheinlich mit einem Partner – realisiert.

INFO

Mit dem ersten Spatenstich ist Anfang Dezember 2015 das Wohnbauprojekt „Nördliches Ringgebiet“ begonnen worden. Im ersten Abschnitt des Baugebiets Taubenstraße, das jetzt erschlossen wird, werden rund 500 neue Wohnungen gebaut. In drei Abschnitten sollen im Baugebiet Taubenstraße mittelfristig rund 1200 Wohneinheiten entstehen. Mit dem Baugebiet „Mittelweg Südwest“, zu dem auch das Gelände des früheren Pressehauses gehört, sollen 300 weitere hinzukommen. Mit dem langfristigen strategischen Baugebiet „Ludwigstraße Nord“ (250 Wohneinheiten) umfasst das Projekt „Nördliches Ringgebiet“ insgesamt rund 1750 Wohneinheiten.
Das Baugebiet Taubenstraße ist wie das Projekt Nördliches Ringgebiet insgesamt Teil der städtischen Wohnbauoffensive. Bis 2020 soll Planungsrecht für gut 5000 neue Wohneinheiten geschaffen werden.
Hintergrund dieses größten Wohnbauprojektes seit den 1970er Jahren ist es, bezahlbaren Wohnraum in hoher städtebaulicher Qualität zu schaffen.

ALDI

Aldi-Nord bestätigte gestern auf Anfrage die Umzugspläne für die bestehende Filiale, die 2006 neben dem ehemaligen Pressehaus am Mittelweg 3 eröffnet worden ist. Eine Überprüfung habe ergeben, „dass der Baubestand grundlegend problematisch ist und schon den heutigen, erst recht den künftigen Anforderungen, an eine funktionsfähige, wirtschaftlich zu vertretende, energetisch nachhaltige und kundenorientierte Verkaufsstelle nicht gerecht wird“. Deshalb habe man sich im Zuge einer grundlegenden Weiterentwicklung des Unternehmens für einen Neubau entschieden. Nach derzeitigem Stand werde mit einem Umzug 2017 gerechnet.
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