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„Der Gewinner ist in jedem Fall der Patient“

Helmut Schüttig, Cornelia Rundt, Horst Kierdorf, Ulrich Markurth, Ulrich Heller und Karsten Standke (v.l.) vor dem Modell des Klinikums an der Salzdahlumer Straße mit den neuen Gebäuden und Zugängen. (Foto: Foto: Thomas Ammerpohl)

Bis 2019 soll es nur noch zwei Standorte des Klinikums geben

Von Martina Jurk, 19.01.2014
Das Klinikum Braunschweig erhält vom Land 17 Millionen Euro für den zweiten Bauabschnitt ihres Zwei-Standorte-Konzepts. Die niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt besuchte jetzt den Klinikum-Standort an der Salzdahlumer Straße, wo bis 2019 ganz viel passieren wird. Der Bau eines neuen Bettenhauses, die Umgestaltung des Funktionstrakts, die Einrichtung der zentralen Unfallchirurgie und Kinderklinik sind nur einige Maßnahmen. Am Ende wird neben der Gliesmaroder Straße auch der Standort Holwedestraße aufgegeben. Medizinische Zentren entstehen, Untersuchungs- und Therapiebereiche werden zentralisiert. Insgesamt verschlingt der zweite Bauabschnitt 105 Millionen Euro. „Eine Modernisierung des Krankenhauses von Grund auf“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Markurth.
„Die 17 Millionen Euro für das Klinikum Braunschweig sind der mit Abstand höchste Betrag der Krankenhausförderung 2013 des Landes Niedersachsen“, sagte Sozial- und Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD). Sie informierte sich über die Pläne des zweiten Bauabschnitts des Zwei-Standorte-Konzepts, der jetzt beginnt.
Die Ministerin stellte weitere Fördermittel in Aussicht. Sie setze damit auf eine moderne Struktur der Krankenhaus-Versorgung. „Konzentration ist das, was wir uns wünschen“, betonte Cornelia Rundt. 2006 begann das Klinikum Braunschweig mit dem ersten Bauabschnitt zur Umsetzung seines Konzepts von vier auf zwei Standorte. „Wir hätten an allen vier Standorten investieren müssen. Es war klar, dass etwas passieren musste“, erinnerte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Markurth. Die grundsätzliche Frage sei, wie der kostenintensive Gesundheitsbereich wirtschaftlich optimiert werden kann. 76 Millionen Euro kostete der erste Bauabschnitt, von denen das Klinikum 33 Millionen Euro an Eigenmitteln stemmte. „Große Verbesserungen für Medizin, Patienten und Personal“, so das Fazit des Geschäftsführers Helmut Schüttig. 170 Betten seien abgebaut worden bei steigenden Patientenzahlen.
Das Klinikum hat seine Struktur im ersten Bauabschnitt bereits erheblich verändert: Frauenklinik und Klinik für Onkologie und Hämatologie an der Celler Straße wurden modernisiert, ein Geriatrisches Zentrum entstand, ein Funktionstrakt unter anderem mit zentraler Notaufnahme, Hubschrauberlandeplatz und OP wurde gebaut, der Standort Gliesmaroder Straße aufgegeben.
Und so geht es weiter: Bau eines Doppel-Bettenhauses, Unfall-, HNO- und Kinderklinik kommen von der Holwede- an die Salzdahlumer Straße. Der Baubeginn ist für Sommer 2014 geplant. Medizinische Zentren sollen entstehen, unter anderem ein Kopf-, ein kardiologisches und ein intensivmedizinisches Zentrum. „Kurze Wege und eine Konzentration der Abläufe bringen eine qualitative Verbesserung der medizinischen Versorgung“, sagte der Ärztliche Direktor Professor Dr. Horst Kierdorf.
Die Vorteile größerer Stationen nannte Pflegedirektor Ulrich Heller: Alle Patientenzimmer werden über eigene Duschen und Toiletten verfügen. „Der Gewinner ist der Patient“, so Heller. Bis 2019 soll der Standort Holwedestraße aufgegeben sein. Dann gibt es nur noch die Celler Straße und die Salzdahlumer Straße.
Im Zuge der Umgestaltung des Klinikums wird der bisherige Haupteingang in den Fichtengrund verlegt. Die bisherigen Besucherparkplätze werden dann ausschließlich den Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Besucher parken am Fichtengrund, die Straße wird ausgebaut. Anwohner könnten beruhigt sein. „Die Kleingärten zwischen Fichtengrund und Salzdahlumer Straße bleiben von den Bauvorhaben unberührt“, meinte Karsten Standke, Geschäftsbereichsleiter Bau und Technik des Klinikums.
105 Millionen Euro wird das Ganze kosten. Mehr als 30 Millionen Eigenmittel will das Klinikum unter anderem mit dem Verkauf der Grundstücke Gliesmarode und Holwedestraße erwirtschaften.
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