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Der ganz normale Wahnsinn

Parkplatznot im Osten der Stadt: Verwaltung will Anfang mit erstem Parkraumkonzept machen.

Von Marion Korth, 30.11.2011.

Braunschweig. „Park & Ride“ kennt jeder. Im östlichen Ringgebiet gilt jedoch eine andere Devise: „Park & Ärger“. Parkplätze schaffen, wo kein Platz ist, das kann auch die Verwaltung nicht. Im östlichen Ringgebiet ist der Druck besonders groß. In einem ersten Teilbereich, dem Umfeld der Stadthalle, soll ein Parkraumbewirtschaftungskonzept Abhilfe schaffen.

Doch bevor ein fertiger Plan auf den Tisch gelegt wird, wollte die Verwaltung gestern Abend zunächst die Meinung der „Parkraumprofis“ hören, und das sind in erster Linie die Anlieger. Im Wilhelm-Gymnasium wurde ihnen eine Studie zum Ist-Zustand vorgelegt, bevor ihre Beschwerden und Anregungen gefragt waren. Rund 30 Bürger kamen, weniger als erwartet, aber die hatten handfeste Vorschläge: Attraktive „Park & Ride“-Angebote für Pendler etwa oder auch: „Wir könnten einen Teil der Kurt-Schumacher-Straße dichtmachen und dort Parkplätze schaffen, sechs Spuren braucht doch niemand.“ Dazu wird es allerdings nicht kommen, wurde gleich gesagt.

Die Anwohner sind sich sicher, das war gestern Abend immer wieder zu hören: Seitdem das Job-Center in die Toblerone am Bahnhof umgezogen ist, hat sich das Parkplatzproblem rund um die Stadthalle noch verschärft.

Den Bereich zwischen Helmstedter-, Schill-, Ottmer- und Bertramstraße will die Verwaltung sich im Auftrag des Stadtrates zunächst vornehmen, um mit einem Parkraumkonzept lenkend einzugreifen. Die Bürger werden an der Planung beteiligt.
Die Arge-Mitarbeiter mögen die Situation mit ihren Autos noch verschärft haben, aber auch schon vorher galt: „Der Osten ist überparkt.“ Verkehrsplaner Professor Jürgen Collien meint mit dieser Aussage speziell den mit „Ost“ (siehe Foto) gekennzeichneten Teilbereich Richtung Marienstift. Nach gezielten Beobachtungen an zwei Stichtagen herrscht dort fast immer „sehr starker Druck“, im westlichen Teilbereich auch zu den größten Stoßzeiten „nur“ mittlerer Druck. Für die Anwohner und ihre Autos ist eigentlich genug Stellfläche vorhanden: Rund 2300 Einwohnern mit 935 Pkw stehen mehr als 1300 Parkplätze zur Verfügung. Trotzdem ist es zu eng für alle. Collien: „Wir müssen die Langzeitparker herausbekommen.“ Stadthallen-Chef Stephan Lemke sieht das ebenso: „Wir haben Probleme, für 200 Tagungsgäste genug Parkplätze vorzuhalten, weil unser Parkdeck kostenlos von Bahnreisenden, Arge- und Marienstift-Mitarbeitern genutzt wird“, sagt er. Abends dreht sich das Bild dann um, dann sind es nachweislich die Veranstaltungsbesucher, die in den Straßen parken. Mehr Bewohner- und Kurzzeitplätze mit Parkuhr könnten eine Lösung im neuen Konzept sein, sagt Collien, gleichzeitig müssten Pendlern Ausweichmöglichkeiten aufgezeigt werden.
• Anlieger, die noch Verbesserungsvorschläge machen möchten, können sich über die Internetseite der Stadt (www.braunschweig.de) im Bereich „Bürger-Info“ per Mail melden.
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