Anzeige

Der Bürger fragt – und plant mit

Zwei Entwürfe für das neue Wohngebiet nördlich des Rings haben es in die Endauswahl geschafft, nur einer kann umgesetzt werden. Hier studieren Bürger interessiert das Konzept des Braunschweiger Architekturbüros Ackers Partner Städtebau. Foto: Ammerpohl

Großes Interesse am Bauprojekt im Norden – Am Mittwochabend zusätzliche Infoveranstaltung.

Von Christoph Matthies, 19.01.2014.

Braunschweig. Die Planung eines Neubaugebietes wirft Fragen auf. Etwa 150 Bürger kamen am Mittwoch ins Haus der Kulturen, um sich aus erster Hand über das Wohnungsbauvorhaben im Nördlichen Ringgebiet zu informieren.

Mit so einem Andrang hatte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer nicht gerechnet. Bis auf den Flur standen die Besucher im Großen Saal des Veranstaltungszentrums am Nordbahnhof, um sich einen Eindruck von den Siegerbeiträgen des städtebaulichen Wettbewerbs zu verschaffen. Ab 2015 wird eines der beiden Konzepte – die Ratsgremien müssen noch entscheiden, welches – in die Tat umgesetzt. Dann rollen zwischen Mittelweg (Westen), Bültenweg (Osten) und Taubenstraße (Süden) die Bagger.
Fest steht, dass 500 Wohneinheiten gebaut werden sollen, außerdem sollen auch einige Gewerbeflächen entstehen. Ein „durchmischtes Wohngebiet“ wolle man schaffen, betonte Leuer. Auf Nachfrage erläuterte er, dass es in dem neuen Viertel bunt zugehen solle. „Stadtteile nur für Besserverdienende oder nur für nicht gut situierte Bürger findet man in Braunschweig kaum, und wir wollen das auch hier nicht“, stellte er klar und versprach sozialen Wohnungsbau neben günstigen Mietwohnungen und Eigentumswohnungen.
Die rund 150 Bürger bei der Informationsveranstaltung hatten mehr als 30 Fragen an den Baurat und den ebenfalls anwesenden Bernd Schmidbauer aus der städtischen Abteilung für Stadtplanung. Wie sieht es mit einer Busanbindung aus? „Da braucht es kurze Wege“, antwortete Leuer und stellte eine Bushaltestelle nicht nur am Mittelweg, sondern auch an der im ersten Bauabschnitt auszubauenden, einspurigen Stadtstraße in Aussicht, die im Norden des neuen Wohngebietes den Bienroder Weg mit der Hamburger Straße verbindet. Überhaupt, der zunehmende Verkehr, wie soll das klappen? Leuer beruhigte, verwies auf bereits bestehende Gutachten.
Auch Ökologie und Sozialstruktur bereiteten Sorgen: Gibt es Ausgleich für verlorene Schrebergärten? Wird es einen Bäcker im Viertel geben, einen Kindergarten oder ein Mütterzentrum? „Wir befinden uns noch im Bauleitplanverfahren, da können wir noch nicht alle sozialen Fragen lösen“, erklärte Schmidbauer, der ansonsten, ebenso wie der Stadtbaurat, ausführliche Antworten auf fast alle Fragen geben konnte.
„Wir haben uns Bürgerbeteiligung auf die Fahnen geschrieben“, betonte Leuer im Laufe des Abends, auf weiterhin viele Anregungen der Braunschweiger hoffend. Vielleicht ja schon beim Infotermin am kommenden Mittwoch (19 Uhr, Haus der Kulturen), der wegen der großen Nachfrage zügig anberaumt wurde.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.