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Defizit geringer als geplant und vier Millionen Euro gespart

Städtische Beteiligungsgesellschaft zog Bilanz – Tochterunternehmen haben gut gewirtschaftet.

Von Marion Korth, 08.01.2012

Braunschweig. Das Steuersparmodell der Stadt Braunschweig heißt SBBG. Die Stadt Braunschweig Beteiligungs-Gesellschaft, die als Klammer und Dach die städtischen Tochtergesellschaften umschließt, habe der Stadt Steuern in Höhe von rund vier Millionen Euro erspart.

Geschäftsführer Joachim Roth war aber auch sonst mit der Bilanz der SBBG zufrieden. Außer den Steuervorteilen, die sich dadurch ergeben, dass Verluste, die die Verkehrs-AG eingefahren hat, mit Gewinnen aus Einnahmen der Versorgungs-AG verrechnet werden können, bringe die Zusammenarbeit auch auf anderen Gebieten Effizienzgewinne. Als Beispiele nannte Roth ein gemeinsames Rechnungswesen, Controlling oder auch Möglichkeiten der gegenseitigen Kreditvergabe.
Daseinsvorsorge kostet
Bei allen Vorteilen und Gewinnen weist die SBBG am Ende des Jahres 2011 dennoch einen Verlust in Höhe von 6,8 Millionen Euro aus. Das allerdings liegt in der Struktur des Konstrukts begründet: Einige Gesellschaften unter dem Dach der SBBG nehmen Aufgaben der Daseinsvorsorge wahr, zum Beispiel den öffentlichen Personennahverkehr (17,5 Millionen Euro Defizit), den Betrieb der Bäder (minus fünf Millionen Euro) und Stadthallen (minus 3,3 Millionen Euro). Fahrscheine und Eintrittsgelder werden praktisch von der Stadt subventioniert und müssten eigentlich viel höher sein, um die Kosten zu decken.
Den Verlusten steht als dickster Brocken ein Teil des Gewinns, den die Braunschweiger Versorgungs-AG zum Gesamtergebnis beisteuert, in Höhe von 20,1 Millionen Euro gegenüber. Die SBBG hält 25,1 Prozent der Anteile an der Versorgungs-AG. 200 000 Euro kommen von der Kraftverkehr Mundstock GmbH, die Nibelungen-Wohnbau-GmbH erbringt 700 000 Euro Dividende.
Die SBBG hat ihren Sitz im gleichen Haus wie die Verkehrs-AG, aber das ist nicht der Grund, warum Roth auf seine „Nachbarn“ nichts kommen lässt und von einer „außerordentlich guten Entwicklung“ spricht. Vor zehn Jahren hätten die Verluste der Verkehrs-AG noch 30 Millionen Euro betragen, 2011 waren es 17,5 Millionen Euro. „Und das, obwohl die Dieselpreise sich so erhöht haben“, sagte Roth. Mit 35 Millionen Fahrgästen sei erneut ein Rekordergebnis erzielt worden. In die moderne und umweltfreundliche Fahrzeugflotte werde weiter investiert. „Wir fangen mit E-Bussen an, die – und das ist das Besondere – von unten über Induktivschleifen mit Energie gespeist werden“, sagte Roth. Dieses Vorhaben will die Metropolregion in ihre Bewerbung zum „Schaufenster der Elektromobilität“ einfließen lassen.
Roth lobte die „hohe Kostendisziplin“ der in der SBBG zusammengefassten Unternehmen. Auch deshalb sei das Defizit von 6,8 Millionen sogar eine Million niedriger als vorausberechnet ausgefallen. Die fehlende Summe kann die SBBG mit den Erlösen aus dem Verkauf von 74,9 Prozent der Versorgungs-AG verrechnen. „Die geparkten Gelder reichen noch bis Ende 2015, vielleicht bis Mitte 2016“, sagte Roth. Zunächst sei gedacht worden, dass das Geld bereits Ende 2013 aufgebraucht ist.
Hohe Investitionen
Für die nächsten Jahren rechnet Roth mit Defiziten zwischen 6,7 und 10,8 Millionen Euro bedingt durch Ergebnisschwankungen der Tochtergesellschaften und anstehende Investitionen, wie zum Beispiel das Erlebnisbad.

INFO
Die Stadt Braunschweig Beteiligungs-Gesellschaft (vormals Stadtwerke Braunschweig GmbH) befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Braunschweig. Gegenstand des Unternehmens ist das Halten, Verwalten und die Steuerung von Beteiligungsunternehmen, die insbesondere im Bereich der Daseinsvorsorge tätig sind sowie die Wahrnehmung von allen in diesem Zusammenhang anfallenden Aufgaben.
Die SBBG ist unter anderem an folgenden Gesellschaften beteiligt:
• Braunschweiger Verkehrs-AG (98,7 Prozent, vom 1. Januar 2012 an 100 Prozent)
• Kraftverkehr Mundstock GmbH (100 Prozent)
• Nibelungen-Wohnbau-GmbH (49 Prozent)
• Stadtbad Braunschweig Sport und Freizeit GmbH (94,9 Prozent)
• Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH (94,8 Prozent)
• Braunschweiger Versorgungs-AG & Co. KG (25,1 Prozent)
Bei der SBBG arbeiten zwölf Mitarbeiter, 946 sind es insgesamt mit den Tochterunternehmen.
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