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Decke aus einem Guss

600 Kubikmeter Beton für die neue Fallersleber-Tor-Brücke .

Von Marion Korth, 07.08.2011

Braunschweig. Dieser Sommer spart nicht mit Wolken, aber ausgerechnet am Donnerstag scheint die Sonne. „Bedeckter Himmel und ein bisschen kühler wären besser“, meint Bauleiter Oliver Schumann. Aber die Erleichterung überwiegt: Der Beton fließt, es geht voran auf der Fallersleber-Tor-Brücke. Endlich.

Ein Jahr hat die Stadt gegenüber der ursprünglichen Zeitplanung verloren. „Bei so einer großen Baumaßnahme eine Katastrophe“, sagt Baudezernentin Maren Sommer. Mit der Baufirma, die ursprünglich die alte Brücke aus dem Jahr 1904 neu bauen sollte, wird die Stadt sich noch gerichtlich auseinandersetzen müssen. Für den Augenblick aber ist wichtiger, dass die neue Firma aus Bautzen ihre Sache so gut macht. „Das ist heute ein Stichtag“, sagt die Baudezernentin. „Die Verkehrsfreigabe der Brücke ist für November sichergestellt.“
Allerdings nur, wenn alle daran mit Hochdruck arbeiten. So wie am Donnerstag. Im Minutentakt rollen die Mischfahrzeuge heran. 90 insgesamt, um die 600 Kubikmeter Beton zu liefern, die die Brücke erst zu einer Brücke machen. Es muss schnell gehen, der Beton der ersten Fuhre darf nicht abbinden, bevor die zweite Fuhre kommt, die Decke muss aus einem Guss entstehen.
Aus langen Schläuchen fließt das graue Gemisch, wird von Hand mit Rechen verteilt. Was aussieht wie Staubsaugerrohre sind Miniaturrüttler, die zwischen die kleinen Quadrate der zentimeterdicken Armierung passen und in der Tiefe der Stahlmatten den Beton verdichten helfen. „Wir haben hier sehr viel Stahl verbaut“, sagt Schumann. Immerhin sollen später über das neue Bauwerk die 60 Tonnen schweren Straßenbahnen rollen. Die Gleise werden verlegt, wenn die Betondecke fertiggestellt ist.
Schumann arbeitet seit zehn Jahren bei der Stadt Braunschweig. In seiner Funktion als Bauleiter ist das Projekt Fallersleber-Tor-Brücke „das größte und anspruchsvollste“.
Für die ausführenden Firmen ist diese Brücke ebenfalls kein Routinejob. Der Architektenentwurf ist eine Herausforderung. Die Biegung der bauchig geschwungene Unterseite ist an keiner Stelle gleich. Von dem kleinen Weg unter der Brücke hindurch wird das gut zu sehen sein.
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