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"Das letzte Wort", Urteil im Prozeß gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten

Richterin + Zeugen Skitze aus dem Gerichtssaal
 
Demo, "Freiheit für Phil. Andre und alle Tiere"
Braunschweig: Amtsgericht | Im

Amtsgericht Braunschweig

endete am 03.05.2016 nach fünf Prozesstagen der Prozess gegen zwei Tierbefreiungsaktivisten aus Braunschweig. Die vorsitzende Richerin verurteilte die Angeklagten mit Haftstrafen die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Ihnen wurde vorgeworfen am 25.12. 2014 mehrere Schaufensterscheiben des Pelzgeschäftes Michelen und jeweils eine Scheibe bei den Geschäften Milkau und Ernsting`s Family kaputt gemacht zu haben. Zusätzlich sollen sie sich mittels einer Brechstange und Pfefferspray gegen zwei Sicherheitsbeamte gewehrt haben. Verurteilt wurde Andre wegen Sachbeschädigung und doppelter gefährlicher Körperverletzung zu 11 Monaten Haft auf Bewährung. Philipp wurde wegen gefährlicher Körperverletzung freigesprochen und zu 7 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. In dieser Bewährungszeit müssen sie zudem 150 Sozialstunden abarbeiten und einen Wohnwortwechsel ankündigen.

Liebe/r Leser/ bevor Sie sich Ihr persönliches Urteil, zum obigen Sachverhalt bilden, möchte ich Sie um folgendes bitten: Informieren Sie sich über die Motivationen, die unsere Mitmenschen antreibt, für Ihre politische Überzeugung häufig sogar Gefängnisstrafen auf sich nehmen!

An dieser Stelle möchte ich das letzte Wort des Angeklagten Andre, zum Vorwurf der Sachbeschädigung veröffentlichen.

Andre´s letztes Wort.
Ende Dezember 2014 sollen in einer Einkaufspassage bei drei neben einander liegenden Geschäften Scheiben zerstört worden sein. Mehrere Scheiben verlor das Pelz-und Ledergeschäft Michelen und jeweils eine Scheibe ging bei den Geschäften Milkau und Ernstings Family zu Bruch.

An solchen Scheiben drücken sich täglich zahlreiche Menschen, auf der Suche nach dem Neusten und Billigstem, ihre Nasen platt. Beim schlendern durch die Konsumwelt denken die wenigsten an die negativen Auswirkungen die die aktuell existierende kapitalistische Produktionsweise der Waren auf Menschen, Tiere und Natur hat. Viele Arbeiter*innen in den Fabriken – egal ob in Tierhaltungsanlagen, in Textilfabriken oder sonst wo – schuften oft unter katastrophalen Bedingungen und werden um ihren Lohn betrogen. Die Regale und Tierfabriken sind übervoll und die Müllcontainer quellen über mit dem was keinen Profit mehr bringt. Unzählige Tiere werden ihrer Selbsbestimmung beraubt und massenweise getötet. Die Ressourcen ungerecht verteilt. Die Natur zerstört und vergiftet. Widerstand gegen- oder kritisches Hinterfragen dieser Zustände, in denen auf Grundlage von Ausbeutung und Zerstörung produziert/gehandelt wird, soll nicht aufkommen. Es soll gekauft werden und den Veränderung vorgaukelnden Imagekampagnen der Konzerne und Gesetzen der Justiz vertraut werden, anstatt über wirkliche Alternativen hin zu einer nachhaltigen und solidarischen Produktionsweise nachzudenken und diese zu erkämpfen.
 
Warum sich also so viel Mühe um irgendwelche kaputte Scheiben in einer Einkaufspassage machen? Warum sich auf Leute stürzen wo mensch denkt, die hätten dort Scheiben zerstört? Stürzt euch auf das, was Leben ausbeutet und zerstört. Wir sehen den Bruch in der Schaufensterscheibe als Bruch in der vorherrschenden Konsumnormalität, der den_die Konsument_in vielleicht daran erinnert, dass am Schein der heilen Konsumwelt etwas nicht stimmt. Im Kapitalismus kann es keinen „guten Konsum“ geben, denn in diesem zählt die Profitmaximierung über allem anderen.
 
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1 Kommentar
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Jessi aktiv für Tierrechte aus Braunschweig - Innenstadt | 17.05.2016 | 09:00  
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