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Das Herz besser ins Bild gesetzt

Dank modernster Technik und viel Erfahrung der Ärzte sind Herzklappen-OPs heute weniger aufwendig und für die Patienten schonender. Das neue Angiographiegerät ist die erste Anlage in der Region, die über zwei Röntgenebenen verfügt. Professor Dr. Matthias P. Heintzen, Dr. Thomas Pomykaj, Helmut Schüttig und Dr. Thomas Bartkiewicz (v.l.) stellten das Gerät in den Dienst des Klinikums Braunschweig. Foto: Martina Jurk

Neues Gerät im Klinikum ermöglicht minimalinvasive OPs beider Herzklappen.

Von Martina Jurk, 12.08.2015.

Braunschweig. Sie sprühen regelrecht vor Begeisterung, wenn sie von ihrer Arbeit erzählen. Professor Dr. Matthias P. Heintzen, Chefarzt der Klinik für Herz-, Lungen- und Gefäßerkrankungen, und Oberarzt Dr. Thomas Pomykaj, Leiter des Herzkatheterlabors, haben jetzt noch mehr Grund dazu.

Das Klinikum Braunschweig hat ein neues Angiographiegerät angeschafft, mit dessen Hilfe sich Blutgefäße räumlich darstellen lassen. Kosten: rund eine Million Euro.

Geschäftsführer Helmut Schüttig und der neue Ärztliche Direktor Dr. Thomas Bartkiewicz sind sich einig, dass sich die Investition für die Patienten auszahlt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind ein Schwerpunkt des Klinikums und die Anschaffung des hochmodernen Gerätes der neuesten Generation ein Glanzpunkt. Mit der Herzchirurgie und dem Herz-Katheterlabor habe das Klinikum ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Mehr als 7000 Patienten im Jahr werden dort behandelt.

Was verbessert sich mit dem neuen Gerät? „Es verfügt statt bisher einer über zwei Röntgenebenen, die Kontrastmittelgabe verringert sich um die Hälfte, und es öffnen sich Türen für neue Therapiemöglichkeiten“, beschreibt Thomas Bartkiewicz die Vorteile.

Die Ärzte haben sich diese Anlage schon lange gewünscht. Warum, erklärt Professor Heintzen: „Für Patienten und Personal ist sie strahlenschonender, die Darstellung der Anatomie des Herzens ist präziser. Das ermöglicht, dass nicht nur wie bisher die Aortenklappe, sondern auch die Mitralklappe minimalinvasiv behandelt werden kann.“

Heintzen und Pomykaj wissen von der „Schwerstarbeit“ einer Herz-OP sowohl für die Ärzte, Schwestern, Pfleger als auch vor allem für die Patienten.
„Bei Herzklappen-OPs musste immer der Brustkorb geöffnet, mit dem alten Gerät der Patient gedreht werden. Jetzt kann das Herz von vorn und von der Seite gesehen werden. Der große Monitor ermöglicht, simultan auch Ultraschall- und Röntgenbilder abzurufen“, erklärt Thomas Pomykaj.
Minimalinvasive Herzklappenimplantation (über einen kleinen Schnitt in der Leiste wird der Katheter bis zum Herz geschoben und die Klappe mit Ballontechnik platziert) werde immer wichtiger vor allem bei Menschen, die für eine Operation zu alt und auch noch mehrfach erkrankt seien. 200 Patienten seien in den letzten drei Jahren so behandelt worden. „Eine solche OP dauert zwei Stunden. Der Patient ist nicht länger als eine Woche im Krankenhaus“, so Pomykaj. Das neue Gerät erlaube, auch die andere Herzklappe so zu implantieren.

„Das braucht viel Routine. Die Mitarbeiter werden ständig geschult“, betont Professor Heintzen. Er lobt die Herzteams, die aus Chirurgen und Kardiologen bestehen. „Auch das ist einmalig“, sagt der Chefarzt.

Zahlen und Fakten

Herzkatheterlabor:
2014 etwa 3300 Herzkatheter-Untersuchungen, davon etwa 1000 Katheterbehandlungen (meist Stents) durchgeführt, etwa 700 Notfallpatienten mit Herzinfarkt oder drohendem Herzinfarkt behandelt, 250 Herzschrittmacher und etwa 100 Defibrillatoren implantiert, bei 80 Patienten neue Aortenklappe minimalinvasiv in Kathetertechnik eingesetzt.
Aortenklappe: Behebung von Herzschwäche aufgrund schwerer Verkalkung
Mitralklappe: Behebung von Undichtigkeiten
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