Anzeige

Das Gymnasium liegt ganz vorn in der Gunst

Die Stadt hat erstmalig eine Befragung unter allen Eltern der Grundschüler in den dritten und vierten Klassen durchgeführt. Gestern stellten Schuldezernentin Dr. Andrea Hanke (r. )und die neue Leiterin des Fachbereichs Schule, Eva Bender, die Ergebnisse vor. Foto: Peter Sierigk

Erstmalig wurden alle Eltern von Kindern in der dritten und vierten Klasse befragt – Jetzt liegen die Ergebnisse vor.

Von Marion Korth, 01.04.2017.

Braunschweig. Für eine repräsentative Befragung hätte die Stadtverwaltung bei der Datenerhebung noch etwas tiefer schürfen müssen, das Ergebnis der gestern von Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke vorgelegten Elternbefragung zeichnet trotzdem ein deutliches Bild, welche Wünsche und Vorstellungen Eltern bezüglich der Schullaufbahn ihrer Kinder haben.

Genau das war das Ziel, die künftige Schulplanung nicht an den Eltern vorbei zu entwickeln. 4189 Fragebogen an Eltern von Kindern in den dritten und vierten Grundschul- beziehungsweise Förderschulklassen wurden ausgeteilt, 2396 kamen zum Teil mit ausführlichen Zusatzkommentaren zurück. „Von diesem Ergebnis bin ich begeistert“, sagte Hanke. In anderen Kommunen sei der Rücklauf deutlich geringer als 57,2 Prozent ausgefallen. Keine wirklichen Überraschungen haben die Ergebnisse gebracht, aber deutliche Hinweise, in welche Richtung die zukünftige Schulentwicklungsplanung gehen könnte. Bei der Entscheidung, welche Schulform das Kind nach der vierten Klasse besuchen soll, stehen Gymnasium (43 Prozent) und Integrierte Gesamtschule (33 Prozent) ganz vorn in der Gunst, weit abgeschlagen mit nur noch einem Prozent die Hauptschule. Der Wunsch nach mehr IGS-Plätzen beziehungsweise einer weiteren IGS werde für die Fachverwaltung daher im Fokus stehen. In Braunschweig wachsen die Schülerzahlen, um bis zu 15 Prozent sind prognostiziert. Hanke: „Die Schulen und speziell die Gymnasien sind rappelvoll.“

In den Ergebnissen sieht Hanke ein deutliches Signal, dass der Ausbau zu Ganztagsschulen von den Eltern gewünscht ist. Wo Kinder nicht sowieso schon eine Ganztagsschule besuchen, werde das Angebot der Betreuung von der Mehrheit an fünf Tagen in der Woche wahrgenommen.
Gefragt wurde auch, wie Eltern dazu stehen, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Die grundsätzliche Zustimmung sei mit einem Mittelwert von 2,94 durchaus da, nicht so zufrieden aber sind die Eltern mit der Umsetzung (Mittelwert 3,65). In zahlreichen kritischen Kommentaren seien fehlende (Fach-)Lehrkräfte und mangelndes Fachwissen der Lehrer bemängelt worden.

Das neu eingerichtete Bildungsbüro will Eltern und Kinder in Zukunft dabei unterstützen, die richtige Schulform zu finden. In zwei Monaten sollen alle Stellen besetzt sein und die Arbeit aufgenommen werden, kündigte Eva Bender, neue Leiterin des Fachbereichs Schule, an.
Die Ergebnisse der Elternbefragung werden in die Schulentwicklungsplanung, die Sozialdezernentin Hanke im Mai vorlegen will, einfließen. Sie seien eine wichtige Grundlage für die Verwaltung, aber auch für die Politiker im Rat, die darüber entscheiden, wie sich die Schullandschaft verändern wird. Dass sie sich verändern wird, steht schon jetzt fest.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.