Anzeige

Das Auto einfach machen lassen

Professor Frank Köster (DLR). Fotos: T.A.

Das Institut für Verkehrssystemtechnik des DLR in Waggum forscht am „Next Generation Car“

. Von Christoph Matthies, 15.05.2016.

Braunschweig. Wie wäre das: Bei Ihrer Shopping-Fahrt in die Innenstadt stellen Sie Ihr Auto vor dem Parkhaus ab. Während Sie schon durch die Fußgängerzone schlendern, sucht Ihr Wagen selbstständig einen Parkplatz.

Sobald Sie alle Einkäufe erledigt haben, benachrichtigen Sie Ihr Fahrzeug per Knopfdruck auf dem Smartphone – und das Auto wartet vor dem Parkhaus auf Sie.
Was immer noch ein bisschen wie Science Fiction klingt, soll schon in wenigen Jahren Realität sein. Bis zum Jahr 2020 könnten solche „komplexen Verkehrssituationen im halb- oder nichtöffentlichen Bereich“ bereits von Autos gelöst werden, glaubt Professor Frank Köster – und zwar nicht mehr nur im Versuchsstadium, sondern tatsächlich im Alltag.

Der Professor am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) weiß, wovon er redet. Immerhin ist Köster Leiter des Projekts „Next Generation Car“, in dem eifrig am Auto der Zukunft geforscht wird. Intelligent soll es sein, automatisiert und dazu vernetzt, sowohl mit der Infrastruktur, etwa Ampeln oder Parkhäusern, als auch anderen Fahrzeugen. Die Digitalisierung macht auch im Bereich der Mobilität Dinge möglich, die lange Zeit undenkbar schienen.

Lesen auf der Autobahn

Hochautomatisierte Fahrzeuge in Parkhäusern oder auf geschlossenen Parkplätzen sind nicht das einzige, was Köster bis 2020 in Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie umsetzen will. „Der andere Funktionsbereich ist das automatisierte Fahren auf der Autobahn. Also nicht nur im Stau, sondern eben auch das freie Fahren bis Tempo 130 inklusive Spurwechsel“, verrät der Informatiker vom Institut für Verkehrssystemtechnik am DLR, dass seine Forschungsergebnisse jetzt vorstellte.

Es könnte also schon in wenigen Jahren passieren, dass Ihnen im Parkhaus ein Wagen ohne Fahrer begegnet – längst ist die automatische Parkplatzsuche in der Versuchsphase. Auch das Szenario, dass Sie am Steuer ein Buch lesen, während Ihr Wagen per „Autopilot“ über die Autobahn jagt, ist in greifbarer Nähe.
Bis es so weit ist, müssen allerdings aus Prototypen erst Produkte entstehen, die dann lange getestet werden müssen. Und dann gibt es da noch ein ganz anderes Hindernis, gibt DLR-Ingenieur Michael Kürschner zu bedenken: „Die rechtliche Lage ist noch nicht ganz geklärt, also die Frage: Wer haftet, falls etwas passiert?“
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.