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„Das Atommüll-Klo der Nation“

Gute Laune im Grünen Laden: Ratsherr Holger Herlitschke, Prof. Dr. Ulrich Joger und Wolfram Pehlke (von links). Foto: T.A.

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen lud am Donnerstagabend zum Neujahrsempfang.

Von Christoph Matthies, 23. Januar 2015.

Braunschweig. Mit Balkan-Sound, wissenschaftlicher Expertise in Sachen Klima und Erderwärmung und einem Blick in die Glaskugel begrüßten die Grünen am Donnerstag das Jahr 2015.

„Braunschweig ist bunt!“ Dieser Bekenntnis-Button fand sich an so manchem Revers, und natürlich war auch der „Bragida-Spaziergang“ vom Montag sowie die beeindruckende Gegendemonstration ein Thema beim Neujahrsempfang im Grünen Laden in der Friedrich-Wilhelm-Straße.

„Die Polizei spricht davon, dass zwei Drittel der Bragida-Demon-stranten Rechtsextreme waren. Aber natürlich trifft man dort auch andere Leute, und derer muss sich die Politik annehmen“, sprach sich Wolfram Pehlke, Vorstandssprecher des Kreisverbandes der Grünen, im Gespräch mit der nB für einen Dialog mit den „Unmutsbürgern“ aus. Ziel müsse dabei sein, der Bevölkerung ihr Unwohlsein gegenüber der Politik zu nehmen. Auch für kommenden Montag hat die Partei ihre Mitglieder zum Besuch der Anti-Bragida-Kundgebung aufgerufen.

Den Grünen dürfte auch im Nicht-Wahljahr 2015 die Arbeit nicht ausgehen. Bädersituation, Stadtbahnausbau, das Thema Wind- und Dauerbrenner Atomenergie. „Wir sind das Atommüll-Klo der Nation“, fand Pehlke hinsichtlich der Lagerstätten Schacht Konrad, Asse und in Thune deutliche Worte und kündigte für 2015 geschlossene Reihen an. „Unser Bestreben muss es sein, mit den bestehenden regionalen Initiativen enger zusammenzuarbeiten und ein bisschen Dampf auf die Turbine zu bringen.“ Auch hinsichtlich der Regionsdebatte kündigte Pehlke einen Vorstoß an: „Wir Grünen sind die Ersten, die jetzt dabei sind, ein ganzheitliches Regionskonzept zu entwickeln.“ Das hörte auch ZGB-Direktor Hennig Brandes (CDU), unerwarteter Gast auf dem Empfang der Grünen, mit Interesse.

Apropos Gäste: Außer der Band Lorbass, die mit Balkan-Sound und Polka unterhielt, hatte die Öko-Partei auch Besuch aus Berlin. In einer launigen Ansprache wagte die Hildesheimerin Brigitte Pothmer, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, einen Blick in die mitgebrachte Glaskugel und prophezeite sensationelle Wahlergebnisse zwischen 15 und 95 Prozent.

Belastbarere Zahlen lieferte Professor Ulrich Joger vom Naturhistorischen Museum. Der Gastredner widmete sich auf unterhaltsame Weise dem Thema Klima. „Wenn der Meeresspiegel um 60 Meter ansteigt, dann ist Hannover abgesoffen und Braunschweig ein Küstenort“, versprach der Wissenschaftler und erntete damit einige Lacher. Jogers ansonsten durchaus erstzunehmende Darstellung gab einen Ausblick auf die Sonderausstellung „Planet 3.0“, die ab dem 7. Februar eine „Zeitreise durch den Klimawandel“ erlebbar machen wird. Ein spannendes Thema, das sicher nicht nur die Grünen interessiert.
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