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Chance auf ein besseres Leben

Delegation der Deutschen Kirchenschule in Addis Abeba zu Gast beim Dom.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 12.06.2011

Braunschweig. „Unsere Schule rettet ganze Familien vor einem Leben in den Slums“, sagt Sabine Gossen über das Schulprojekt der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Äthiopien. Mit einer kleinen Delegation war sie zu Besuch am Dom.

„Mein Mann ist seit fünf Jahren Pfarrer der Evangelischen Gemeinde in Addis Abeba“, sagt Gossen im nB-Gespräch. Und sie selbst tut das in Äthiopien, was früher auch hier jede klassische „Pfarrersfrau“ tat: da sein für alles und für jeden.“
Gemeinsam mit Schulleiter Ato Teklu Tafesse und dem Sozialarbeiter Ato Merdana kommt die Pfarrersfrau gerade vom Kirchentag in Dresden. Und auf dem Rückweg nach Addis Abeba schauen die drei noch kurz bei Joachim Hempel vorbei. Domprediger Hempel, der Anfang der 70er Jahre den Start der Schule persönlich erlebt und begleitet hat, ist ein enger Freund geworden, „1000 Kinder und keine Schuhe“ heißt das Projekt am Dom, mit dem unermüdlich Geld gesammelt und Unterstützung organisiert wird.
Auch diesmal hat Hempel noch einen Joker im Ärmel – am Ende des offiziellen Besuchsteils gibt es einen Scheck über 5000 Euro. „Dafür haben wir den Menschen auf der Straße die Schuhe geputzt“, erzählt er. Das macht er seit Jahren, um an die Kinder zu erinnern, die, statt zur Schule zu gehen, fürs Überleben arbeiten müssen.
Die Kinder, die es an die Kirchenschule in Addis Abeba geschafft haben, haben ein besseres Leben. Aber die Hürden sind hoch. „Zur Einschulung stehen jedes Jahr fast 700 Kinder auf dem Schulhof“, erzählt Schulleiter Teklu Tafesse, „und wir können höchstens 80 Kinder aufnehmen.“ Ein Drittel der Plätze geht bewusst an Kinder, deren Familien zumindest ein kleines Einkommen haben, sagt Gossen, denn Eigeninitiative soll gefördert und belohnt werden. „Doch viele haben einfach keine Chance“, erklärt Gossen, „deshalb nehmen wir in der Hauptsache die Ärmsten der Armen auf.“
Es gibt Schulmaterialien, medizinische Versorgung, täglich Milch und Bananen. Ein Kindergartenprojekt ist erfolgreich angelaufen, ein Erweiterungsbau ist dringend notwendig und ist in Planung. „Oft kommen die Eltern unserer Schüler und sagen: ‘Wir wollen auch lesen und schreiben können’“, erzählt der Schulleiter. Und so gibt es auch Unterricht für Erwachsene.
„Ich begleite dieses Projekt seit 40 Jahren“, sagt Domprediger Hempel, „und es macht einfach Hoffnung, zu erleben, wie viel wir doch bewirken können.“
Spendenkonto: Dom St. Blasii, Stichwort: Äthiopien, Kontonummer 822 932, Bankleitzahl 250 500 00 bei der Braunschweigischen Landessparkasse (Nord/LB).
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