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CDU vermisst eine wirkliche Idee

Ein trostloser Anblick: der Zentrale Omnibusbahnhof am Hauptbahnhof. Nah- und Fernverkehrsbusse kommen sich hier wegen Platzmangels und undefinierter Haltebuchten immer wieder in die Quere. Wetterschutz, WC, Schließfächer oder gar ein Café sucht man vergebens. Und weil es keine Anzeigetafel für die Ankunftszeiten der Fernbusse gibt, ist ein Toilettenbesuch im 200 Meter entfernten Bahnhof auch ein kleines Wagnis. Foto: CDU/oh
Konzept für Zentralen Omnibusbahnhofs liegt vor: „… in seiner Schlichtheit kaum zu überbieten“.
Von Marion Korth, 21. Oktober 2015.

Braunschweig. „Trostlos hoch zehn“, so beschreibt Thorsten Köster, Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Rat, den Zentralen Omnibusbahnhof. Am 25. Februar hat die nB schon einmal über den ZOB geschrieben, die Verwaltung hatte damals ein Gestaltungskonzept angekündigt. Das liegt jetzt vor, aber richtige Freude will nicht aufkommen.

Das Urteil der CDU fällt geradezu vernichtend aus. „… ist in seiner Schlichtheit kaum zu überbieten“, urteilte Reinhard Manlik, stellvertretender Vorsitzender des Planungs- und Umweltausschusses in einer Pressemitteilung. „Visionär ist daran gar nichts“, sagt Köster. Vielleicht liege es an der Vorgabe für das Ingenieurbüro, in jedem Fall hatten er und seine Kollegen sich mehr davon versprochen, und die Braunschweiger, die dieses Thema in ihren Vorschlägen zum Bürgerhaushalt hochgehängt hatten, sicher auch. In dem Gutachten der Ingenieure, die als Alternativstandorte auch Europaplatz und Lincolnsiedlung in einen Vergleich einbezogen haben, kommt der Hauptbahnhof wegen seiner guten Erreichbarkeit für potenzielle Fahrgäste als günstigster Standort weg.
Statt nun über Lösungen und Kosten im Rat diskutieren zu können, bleibt die (offene) Frage nach den zusätzlich benötigten Flächen am Hauptbahnhof, um Platz für fünf Haltebuchten plus Reserveplatz (wie in dem Konzept empfohlen), Parkplätze oder Serviceeinrichtungen zu schaffen. „Mitnutzung von Bahnflächen erforderlich“, heißt es dazu in der Planungspräsentation.
Hier liegt für die CDU der Haken: „Die Bahn kann doch kein Interesse daran haben, für die Konkurrenz ihre Flächen freizugeben.“ Genau dies aber seien die Fernbusse, die mit günstigen Fahrpreisen locken. Köster auf Nachfrage: „Jedes Konzept fängt eigentlich mit der Standortfrage an.“ Erst wenn die geklärt ist, mache es Sinn, weitere Überlegungen anzustellen oder gleich Alternativen zu prüfen. Das hätte längst geschehen können, schließlich werde das Thema seit drei Jahren diskutiert.
„Der ZOB ist eine Herzensangelegenheit der CDU“, sagt Köster. Handlungsbedarf sahen alle Ratsfraktionen, unterstützten den Auftrag für das Planungsbüro, entsprechende Mittel wurden im Haushalt bereitgestellt.
Dass Schöningen demnächst sogar eine digitale Anzeigetafel für die Ankunfts- und Abfahrtszeiten aufstellen will, in Braunschweig aber nicht einmal die bereits im Sommer versprochenen Bänke stehen (nB vom 22. Juli 2015) – von Wetterschutz und WC einmal abgesehen – ärgert die CDU-Fraktion: „Die Verwaltung ist am Zug.“
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