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Bürgerinitiative: „Unser Plan“

Volkmarode in Bewegung: Die Mitglieder der Bürgerinitiative stehen dort, wo die Stadt eine der 16 Flüchtlingsunterkünfte geplant hat. Doch die Volkmaroder haben eigene Ideen. Am Montag haben sie einen Termin bei Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, um ihr Konzept vorzustellen. Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Volkmarode und die Flüchtlinge – Termin am Montag bei Stadtbaurat Leuer.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 15. Januar 2016.

Braunschweig. Die Menschen in Volkmarode wollen nicht nur meckern, sondern haben alternative Pläne, die sie am Montag Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer vorstellen wollen.

In der Bürgerinitiative (BI) sind rund 50 Menschen aktiv, die nach einer anfänglich komplett ablehnenden Haltung gegenüber der Unterbringung von Flüchtlingen in ihrem Ort, nun das Beste aus den Gegebenheiten machen wollen. „Wir wollen helfen, aber wir wollen auch, dass möglichst alle mit dem Ergebnis zufrieden sein können“, erklärt Thomas Müller als Mitglied der BI. Denn wenn die Nachbarn später einen Hass auf die Neuankömmlinge haben, dann könne Integration ja gar nicht gelingen, sagt er. Und Bedenken müssten geäußert werden können, ohne gleich in eine rechte Ecke gestellt zu werden.
Vor allem wollen die Menschen in Volkmarode keine „Holzbaracken oder Container“ mitten im Ort. Geplant sei schon seit längerem eine Art von Marktplatz, eine Idee, die auch im Bebauungsplan verankert ist. „Das ist jetzt mal kurzerhand weggenehmigt worden“, ärgert sich Müller über die Vorgehensweise. Auch die Auswahl der 16 Standorte wird in Volkmarode als ungerecht empfunden. Fast kein Ratsmitglied würde in der Nähe einer geplanten Unterkunft wohnen, argwöhnen die Dorfbewohner Privilegien für Politiker.
Sie haben eigene Pläne gemacht, die stellen sie Montag der Verwaltung vor: ein oder zwei Häuser am geplanten Standort, die aber im Stil den schon vorhandenen Häusern ähneln. Rund 100 Bewohner sollen dort einziehen, „zur Hälfte Flüchtlinge, und zur anderen Hälfte andere Wohnungssuchende, beispielsweise Studenten“, erklärt Müller das Konzept. Unten in den Häusern sollten kleine Geschäfte entstehen, „beispielsweise könnte vielleicht ein Flüchtling mit einem Imbiss eine Existenz dort gründen, auch ein Kiosk oder ein kleines Café als Treffpunkt wären dort denkbar“, schildert Müller die Pläne. Allen sei klar, dass so ein Bau mehr Zeit und auch Geld kosten werde, als die geplanten Modulhäuser. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir Investoren finden werden“, sagt Müller, auch Gespräche mit der Sparkasse, die in Volkmarode eh neue Räume plane, seien vorgesehen, zudem könne der soziale Wohnungsbau des Landes angefragt werden.
Antwort der Verwaltung auf nB-Anfrage nach möglichen Privilegien bei der Standortauswahl: „Die Stadtverwaltung wird solche unsachlichen Unterstellungen nicht kommentieren. Kriterien für die Auswahl der Standorte waren: Lage, Sozialverträglichkeit, Verträglichkeit mit Nachbarnutzungen, Nahversorgung, Erschließung im Blick auf ÖPNV und Individualverkehr, schulische Versorgung, technische Erschließung, eigentumsrechtliche Situation, Planungsrecht, Vermeidung von Konkurrenz mit anderen Planungszielen. Dies ist unter anderem bei der Bürgerversammlung in der Volkswagen Halle ausführlich dargestellt worden.“
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