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Bruch in der Bragida-Spitze

Wie hier am 19. Januar wird die Polizei am kommenden Montag wieder deutliche Präsenz zeigen. Foto: Ammerpohl

Bürgerliches Lager hinausgedrängt – Bündnis gegen Rechts sieht Radikalisierung.

Von Andreas Konrad, 30.01.2015.

Braunschweig. Zwei mäßig besuchte Kundgebungen und jetzt der große Streit. Vor der dritten Bragida-Veranstaltung am Montag scheint sich die Organisation nun ganz klar aufzustellen.

Wie Annegret Hamecher, die Anmelderin und Sprecherin der letzten Bragida-Demonstration gegenüber unserer Zeitung bestätigte, wurde sie von Mitgliedern des Organisationsteams dazu gedrängt, von weiteren Anmeldungen Abstand zu nehmen. Der Grund dafür seien demnach ihre Äußerungen in der Öffentlichkeit, in denen sie sich von militanten Neonazis, gewalttätigen Hooligans, offenem Rassismus und allzu radikaler Islamfeindlichkeit distanziert hatte, so Hamecher, die Bragida von Beginn an und auch in ihrem offenen Brief an Oberbürgermeister Ulrich Markurth als Bürgerbewegung gesehen hatte (wir berichteten). Hamecher ist derzeit im Begriff, eine neue Bürgerbewegung zu gründen, wie sie uns weiter mitteilte.

Mit großer Besorgnis reagierte gestern das Bündnis gegen Rechts auf das neue Organisationsteam. „Wir betrachten die derzeitigen Entwicklungen im Orga-Team von Bragida mit großer Sorge. Ähnlich wie bereits in Dresden zeigt sich nun auch in Braunschweig, dass die etwas gemäßigter auftretenden Personen rausgedrängt werden oder gehen. Den Ton geben nun deutlich radikalere Personen an, die zum Beispiel den ’Hooligans gegen Salafisten‘ und anderen extrem rechten Gruppierungen nahe stehen. Wir befürchten, dass sich dadurch auch wieder die militanten Neonazis angezogen fühlen, die bereits beim ersten ’Montagspaziergang‘ von Bragida für eine äußerst aggressive Stimmung gesorgt haben“, so Bündnis-Sprecher David Janzen. So lägen dem Bündnis Informationen vor, nach denen eine Person eine Versammlung für Bragida angemeldet haben soll, die Anhänger der „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa) ist. Der Anmelder zeige demnach in sozialen Netzwerken auch Sympathien für verschieden extrem rechte Gruppierungen.

Das Bündnis selbst wird wie an den beiden vergangenen Montagen gegen Bragida demonstrieren. Treffpunkt am Montag (2. Februar) ist wieder der Schlossplatz (Kulturprogramm ab 18 Uhr). Gast am Rednerpult ist Gabriele Heinen-Kljajic, Niedersachsens Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Bragida hat entgegen erster Tendenzen zum Europaplatz als Versammlungsort ebenfalls wieder für den Schlossplatz angemeldet – von 18.30 bis 20.30 Uhr. Über einen möglichen Demonstrationszug solle kurzfristig vor Ort in Absprache mit der Polizei entschieden werden, teilte die Stadt auf Anfrage mit. Die Polizei rechnet nach Aussage von Sprecher Joachim Grande mit einem ähnlichen Szenario wie bei der ersten Demonstration am 19. Januar. Da zeitgleich in Hannover keine Hagida-Kundgebung (neben Bragida der zweite Pegida-Ableger in Niedersachsen) stattfindet, könnten wieder Teilnehmer aus diesem Umfeld nach Braunschweig kommen. Hagida hat nach jetzigem Stand für den Freitag (6. Februar) die nächste Kundgebung angemeldet und weicht damit den dort auch montags stattfindenden Gegendemonstrationen aus.
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mpu24 Fachberatung aus Braunschweig - Innenstadt | 31.01.2015 | 00:22  
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