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Brodweg bleibt weiter Thema

Der Fußweg ist momentan für Radfahrer gesperrt, darüber hinaus baulich in einem sehr schlechten Zustand, für viele Radfahrer scheint er dennoch die bessere Alternative zur Fahrbahn zu sein. Dort begegnen sich an den Haltebuchten die Autos. Foto: Ammerpohl

Die Verbesserungsvorschläge der Verwaltung finden keine breite Zustimmung.

Von Andreas Konrad, 20. Mai 2016

Braunschweig. Die Situation am Brodweg bleibt schwierig. Nachdem die Stadt im Zuge der Veränderungen an der Helmstedter Straße und der Einmündung des Brodwegs in selbige zur Entschleunigung des Verkehrs Parkbuchten auf dem Brodweg markiert und Radfahrer zur Benutzung der Straße verpflichtet hat, reißt die Diskussion darum nicht ab. Zwei schwere Unfälle (wir berichteten) und unterschiedliche Interessen von Anwohnern, Rad- und Autofahrern liegen auf dem Tisch. Am Mittwoch wurde ein erneuter Vorstoß der Verwaltung im Planungs- und Umweltausschuss abgelehnt.

Die Verwaltung hatte das „Maßnahmenkonzept Brodweg“ noch einmal überprüft und im März eine verdeckte Geschwindigkeitsmessung durchgeführt sowie Ortstermine auch mit der Polizei vorgenommen. Im Ergebnis brachte die Verwaltung folgende Maßnahmen zur Beschlussfassung in den Planungs- und Umweltausschuss ein:
• Die Parkplatzmarkierungen auf dem Brodweg werden unter Beibehaltung des wechselseitigen Parkens gekürzt, damit größere Lücken zwischen den Parkblöcken entstehen und das Ausweichen beziehungsweise Vorbeifahren erleichtert wird. Der Parkblock am südlichen Ende entfällt komplett, da er sich im regelmäßigen Rückstaubereich der Lichtsignalanlage Brodweg/Helmstedter Straße befindet.
• Es werden Schrägmarkierungen vor Beginn eines jeden Parkblocks aufgebracht, um zu verdeutlichen, dass dies der Beginn eines Parkblocks ist, ein dort stehendes Fahrzeug also parkt und nicht verkehrsbedingt hält. Nach weiterer Beobachtung der Entwicklung wäre hier auch eine bauliche Hervorhebung der Parkbereiche denkbar.
• Im Bereich der wechselseitig angeordneten Parkplatzmarkierungen wird die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt.
• Der Radverkehr verbleibt gemäß § 2 StVO in beiden Richtungen auf der Straße, eine zusätzliche Freigabe des Gehweges erfolgt nicht. Bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h ist die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn der Regelfall. In Fahrtrichtung Norden besteht ohnehin kein durchgehender Gehweg. Auch der Radverkehr profitiert von der deutlichen Verkürzung der Engstellen im Bereich der Parkplatzmarkierungen und von der reduzierten Geschwindigkeit.
Die CDU-Fraktion im Rat kritisierte diese Maßnahmen umgehend scharf. Ihr planungspolitischer Sprecher, Reinhard Manlik, erklärte: „Die nun präsentierten Maßnahmen können keine Verbesserung der Situation am Brodweg bringen, denn die ursächlichen Probleme werden überhaupt nicht angegangen. Vielmehr will die Verwaltung mit viel ‚weißer Salbe‘ überdecken, dass in der Planung grundlegende Fehler gemacht wurden. So lange diese aber nicht abgestellt werden, werden wir weiter nachfragen und uns für eine Änderung einsetzen!“ Insbesondere sei der CDU wichtig, dass Radfahrer – auch zu ihrem eigenen Schutz – nicht mehr auf die Fahrbahn ausweichen müssen, sondern wie früher den gemeinsamen Geh- und Radweg nutzen können, heißt es in einer Erklärung der Fraktion.
Auf Anfrage der nB teilte die Pressestelle der Stadt am Freitag dazu mit: „Aus der Beratung des Planungs- und Umweltausschuss ergab sich weiterer Prüfungsbedarf. Dem wird die Verwaltung kurzfristig nachkommen. Mehr können wir derzeit nicht sagen.“
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