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Braunschweigs Süden – abgehängt

Nachdem in der vergangenen Woche eine Tram entgleist war, kam es auch für den Autoverkehr zu einem Engpass. Das allerdings war nichts im Vergleich zu dem, was auf die Menschen im Heidberg, in Stöckheim und Melverode zukommt, wenn diese Brücke und die am HEH abgerissen und neu gebaut werden. Foto: Verkehrs-GmbH

Brücken im Autobahnkreuz Süd und am Herzogin-Elisabeth-Hospital müssen erneuert werden – Nur wohin mit dem Verkehr?.

Von Marion Korth, 12.10.2016.

Braunschweig. Die teilweise Sperrung der A-395-Brücke, nachdem am vergangenen Mittwoch eine Straßenbahn entgleist, dann auf die Autobahn gerutscht war und geborgen werden musste, gibt schon einmal einen Vorgeschmack darauf, wie es ist, wenn Braunschweigs Süden abgehängt, vom Verkehrsnetz abgeschnitten wird.

Die gebrochenen Gleise waren schnell ersetzt, die Arbeiten, die demnächst anstehen, werden Monate dauern. Die Brücke am Autobahnkreuz Braunschweig-Süd ist marode, „abgängig“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Mit Sanierung ist es nicht getan, das Problem ist nur mit einem kompletten Abriss und Neubau zu lösen.

„Abgängig“ hört sich dabei dramatisch an. „Die Brücke bricht nicht zusammen“, betont Bernd Mühlnickel, Leiter des zuständigen Geschäftsbereiches der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, „aber sie kann die Lasten nicht mehr aufnehmen.“ Ende der 1960er-Jahre gebaut, war sie für weniger schwere Lkw und weniger Verkehrsaufkommen konzipiert.

„BS 2“ heißt das Brückenbauwerk über die A 39 intern bei der Landesbehörde. Nicht besser ist es um „BS 1“, die Brücke, die vom Herzogin-Elisabeth-Hospital kommend, den Süden mit Braunschweigs Innenstadt verbindet, bestellt. Mühlnickel: „Die Brücken müssen beide gemacht werden.“ Mit den planerischen Vorarbeiten haben die Verkehrsexperten begonnen, zwei Jahre werden mindestens noch vergehen, bis es konkret an Abriss und Neubau geht. Mühlnickel spricht von einer „komplexen Denksportaufgabe“, die es bis dahin zu lösen gilt: Wohin mit dem Verkehr während der Zeit der Bauarbeiten? Sperrungen werden unvermeidlich sein, befürchtet Mühlnickel: „Wir werden nicht alle Verkehrsbeziehungen aufrechterhalten können.“

Die Verkehrsführung während des Baus sei der „Casus knacksus“. Mindestens ein Jahr werde es dauern, bis eine Fahrspur für Autos wieder freigegeben und die Straßenbahn wieder fahren kann. Dies ist aber nur eine ganz grobe Schätzung.

Die neue Brücke muss mehr tragen können und die neuen Sicherheitsanforderungen erfüllen. Insgesamt problematisch sind die zu engen Radien, der starke Neigungswinkel, auch ist die Brücke zu niedrig und müsste angehoben werden. „Eigentlich müssten da auch Parallelfahrbahnen hin“, sagt Mühlnickel. Doch die Fahrstreifenzahl müsse wohl beibehalten werden – aus Platzmangel.
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4 Kommentare
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Oliver Pawlik aus Braunschweig - Innenstadt | 13.10.2016 | 17:42  
Marion Korth aus Braunschweig - Innenstadt | 13.10.2016 | 17:45  
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Oliver Pawlik aus Braunschweig - Innenstadt | 14.10.2016 | 11:06  
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Walter Bromberger aus Stöckheim-Leiferde | 16.10.2016 | 21:00  
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