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Braunschweig bewirbt sich

Wettbewerb „Stadt der jungen Forscher“.

Von Marion Korth , 26.12.2010

Braunschweig. 2012 will Braunschweig „Stadt der jungen Forscher“ werden. Fünf Seiten müssen fürs Erste als Überzeugungsarbeit reichen, um in die nächste Bewerbungsrunde zu kommen. Abgabeschluss ist am 15. Januar.

Ein kleiner Arbeitskreis beim Verein Forschungregion Braunschweig bereitet die Bewerbung derzeit vor, sammelt Ideen, plant Projekte. „Da können wir punkten, mit dem, was wir schon haben“, sagt Dr. Jürgen Hesselbach, Vorsitzender des Vereins Forschungregion Braunschweig und Präsident der Technischen Hochschule. An Vorschlägen für neue Projekte soll es ebenfalls nicht scheitern. Im Mittelpunkt des Forscherjahres, wird es denn hier stattfinden, soll ein Wissenschaftsfestival für Kinder stehen. Der große Unterschied zur „Stadt der Wissenschaft“: „Diesmal geht es darum, die Schulen mit ins Boot zu holen“, erläutert Hesselbach. Die Bewerbung auszuarbeiten, ist aus Sicht Hesselbachs eine Chance, herauszufinden, welches Potenzial besteht und wie es besser genutzt werden kann. „Bilanz ziehen, schauen, was fehlt, bündeln“, beschreibt er die Aufgabe. Die Bewerbung bringt die im Verein Forschungregion zusammengeschlossenen 27 Institutionen wieder näher zusammen.
Schon jetzt laufe sehr, sehr viel. Da gibt es die Kinder-Uni, die eine Erfolgsgeschichte für sich ist, die Kiwi-Forschertage, Früh- und Schnupperstudium, die Erfinderwerkstatt oder das Lego-Labor. Alle diese Angebote kommen allein aus der TU heraus, auch die anderen Forschungszentren haben spezielle Angebote für Schüler.
65 000 Euro Förderung
„Als ‘Stadt der jungen Forscher‘ werden Städte ausgezeichnet und gefördert, die in vorbildlicher Weise Jugendliche für Wissenschaft begeistern“, heißt es in der Ausschreibung. Es geht um bis zu 65 000 Euro, mit der die Körber-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung Veranstaltungen und Schulprojekte unterstützen. Nach Göttingen und Gießen soll Kiel 2011 „Stadt der jungen Forscher“ werden, danach, wenn es klappt, Braunschweig.
Der Imagegewinn, der mit einem Zuschlag verbunden wäre, ist dem TU-Präsidenten nicht so wichtig. „Mir geht es um die Binnenwirkung“, sagt er. Und um die Antwort auf die Frage „Erreichen wir mit den Angeboten alle Schüler oder doch immer nur dieselben aus bildungsnahen Familien?“
Begeisterung wecken
Die Erfahrungen, zum Beispiel mit der Kinder-Uni, haben gezeigt, dass es gelingt, mit spielerischen Formaten junge Menschen anzusprechen. Gerade die Naturwissenschaftler können tief in die Effektekiste greifen, um Zusammenhänge sichtbar zu machen, Begeisterung zu wecken. Den Aspekt der Nachwuchswerbung für die TU sieht Hesselbach weit hinten. „Vielleicht können wir mit solchen Angeboten die Studienplatz- und Berufswahl beeinflussen, aber prägend ist eigentlich schon die Zeit vorher“, meint er. Er sieht an erster Stelle den gesellschaftlichen Auftrag, junge Menschen an Themen – nicht nur technisch-naturwissenschaftliche – heranzuführen.
Großes Interesse
Gerade läuft die siebte Staffel der Kinder-Uni, die Plätze im Hörsaal sind immer innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. In zwei bis drei Jahren sind die ersten Kinder alt genug, um theoretisch ein Studium beginnen zu können. Das gibt neuen Stoff für die Erstsemester-Befragung, die regelmäßig vorgenommen wird. „Wir wollen dann abfragen, ob jemand die Kinder-Uni besucht hat und ob das Auswirkung auf die Studienplatzwahl hatte“, sagt Regina Eckhoff (TU-Pressestelle). Bis dahin ist die Kinder-Uni Selbstzweck, eine Veranstaltungsreihe, die mitreißt und Spaß macht.
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