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Bragida gibt am Bahnhof auf

Nächste Demonstration am Tostmannplatz.

Von Andreas Konrad, 28.03.2015.

Braunschweig. Vom Abstellgleis an den Stadtrand. So könnte man den Ortswechsel der nunmehr zehnten Bragida-Veranstaltung am Montag (30. März), ab 18.30 Uhr, beschreiben. Für viele ist der Tostmannplatz als neuer Treffpunkt aber eine Provokation.

Nachdem die letzten beiden Versammlungen der islamkritischen Bewegung sehr pragmatisch am Hauptbahnhof verliefen – die nach Angaben der Polizei meist ohnehin ortsfremden Demonstrierenden hatte kurze Wege vom Zug zum Versammlungsort und ein Aufzug in Richtung Stadt wurde von selbiger und der Justiz untersagt, drohen jetzt wieder zumindest massive Verkehrsbehinderungen für Kralenriede. Zudem bekommt die neue Standortwahl durch die Nähe zur Landesaufnahmebehörde für Flüchtlinge (LAB) einen besonderen Geschmack, wie die Gegendemonstranten vom Bündnis gegen Rechts finden. Sie werden sich mit Bühnenprogramm am Heinrich-Jasper-Haus postieren – in einer gedachten Linie zwischen Bragida und der LAB.

David Janzen, Sprecher des Bündnis gegen Rechts sieht die Wahl des Tostmannplatzes so: „Bragida hat sich in den letzten Wochen immer weiter selbst ins Abseits gestellt. Um nicht ganz in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, setzt man nun darauf, die teilweise in Kralenriede bereits vorhandene Stimmung gegen die Flüchtlinge in der dortigen Landesaufnahmebehörde wieder anzuheizen. “

Darauf, dass Bragida möglicherweise von der besonderen Nähe Kralenriedes zur LAB profitieren könnte, ist die Polizei vorbereitet. „Der Tostmannplatz wird ab 14 Uhr weiträumig gesperrt, Anwohner haben selbstverständlich freie Durchfahrt. Sofort nach Ende der Kundgebungen gegen 22 Uhr werden wir die Sperrung wieder aufheben“, kündigt Polizeisprecher Joachim Grande an.
Parallel zu den Demonstrationen öffnet die angrenzende Dankeskirche ab 17 Uhr ihre Pforten, und für 17.30 Uhr sei ein Friedensgebet geplant, wie Hanna Stöckmann-Wrede, die Pfarrerin Kirchengemeinde mitteilt.

Seitens der Stadt habe man im Vorfeld nochmals auf in Deutschland ohnehin geltende Verbote, wie das Tragen von verfassungsfeindlichen Zeichen oder das Rufen von thematisch analogen Parolen, hingewiesen, sagt Pressesprecher Rainer Keunecke. Weitere Auflagen gäbe es nicht.

Verkehrsbehinderungen

Im Bereich des Tostmannplatzes und des Heinrich-Jasper-Hauses werden in der Zeit von 14 Uhr bis etwa 22 Uhr folgende Straßen für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt: Bienroder Weg in Fahrtrichtung Nord ab der Einmündung Gudrunstraße. Bienroder Weg in Fahrtrichtung Süd ab Einmündung Wichernstraße. Die Straße Ohefeld in Fahrtrichtung Tostmannplatz ab der Einmündung VW-Parkplatz.

Aufgrund dieser Sperrungen wird für die Simonstraße sowie die Theisenstraße im Abschnitt zwischen Simonstraße und Bassestraße die Einbahnstraßenregelung aufgehoben. Außerdem wird die Einbahnstraßenregelung der Bassestraße für den Zeitraum der Sperrung umgedreht.

Die Ostseite der Schuntersiedlung ist für Anlieger über den Bienroder Weg und die Riekestraße zu erreichen, die Westseite für Anlieger ausschließlich über die Straße Ohefeld. Im Bereich des Tostmannplatzes, in Teilen der Simonstraße sowie auf dem Bienroder Weg vor dem Heinrich-Jasper-Haus herrscht ab 12 Uhr ein absolutes Halteverbot.

Behinderungen ÖPNV

Die Buslinien 416 und 436 werden in beiden Richtungen ab 14 Uhr umgeleitet. Die Busse pendeln zwischen Haltestelle „Gliesmaroder Straße“ und ihren jeweiligen Start- und Endpunkten über Querum. Zwischen den Haltestellen „Gliesmaroder Straße“ und „Ottenroder Straße“ verkehrt ein Pendelbus und bedient die Haltestellen „Nordstraße“, „Bültenweg“ und „Freyastraße“. Die Haltestellen „Bockbartsfeld“, „Tostmannplatz“ und „Michelfelder Platz“ werden nicht bedient.
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2 Kommentare
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Walter Bromberger aus Stöckheim-Leiferde | 29.03.2015 | 15:08  
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Else Kling aus Braunschweig - Innenstadt | 26.06.2015 | 03:08  
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