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„Botschaft: Ihr könnt es schaffen“

ABM-Projekt: Arge und Bauhandwerk bringen arbeitslose Jugendliche auf den (Berufs-)Weg

Von Marion Korth

Braunschweig. Tom Kumpe (23) legt Fliesen. „Ich habe das noch nie gemacht“, sagt er. Dafür kann sich seine Wand wirklich sehen lassen, doch Kumpe selbst ist skeptisch. „Ich bin noch nicht ganz zufrieden“, meint er. Er ist einer von zehn Jugendlichen, die für ein halbes Jahr im Bauhandwerk arbeiten.

Volle Konzentration auch sonst überall in der Ausbildungswerkstatt der Arbeitsgemeinschaft der baugewerblichen Innungen. Niemand spricht, ab und an schrammt eine Kelle durch den Maurerkübel, Wände wachsen Stein für Stein. David Jäger ist schon beim Verputzen: „Aller Anfang ist schwer, aber man lernt dabei, und wir helfen uns gegenseitig“, sagt er. Am 1. Oktober hat eine neue Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für zehn junge Leute begonnen. Nicht nur sie, sondern auch Bauhandwerk und Arge arbeiten Hand in Hand.
Eine Erfolgsgeschichte, sagen die Verantwortlichen. Begonnen hat sie im Jahr 2005. Rund die Hälfte der jungen Menschen im Alter zwischen 17 und 25 hat hinterher oder mittendrin eine Stelle oder einen Ausbildungsplatz gefunden. „Eine Mordsquote“, sagt Katrin Miehe-Scholz, Teamleiterin Berufsberatung. Wer hier arbeitet, ist schulisch und beruflich bislang gescheitert. Kein Schulabschluss, abgebrochene Ausbildung, Probleme mit der Familie und mit sich selbst. Ausbildungsleiter Holger Heuer muss anfangs viel telefonieren, um seine Kandidaten bei der Stange zu halten. „Ich weiß, wo meine Leute morgens um 8 Uhr sind“, sagt er entschieden. Strenge muss sein, Freiräume müssen sich erarbeitet werden. Bis dahin gilt es, sich an Regeln und Arbeitszeiten zu gewöhnen, Verantwortung zu übernehmen. Wenn das gelingt, kann es eigentlich nur besser werden.
„Wir haben die Kontakte zu den Betrieben“, sagt Doris Bosse, Geschäftsführerin der AG der baugewerblichen Innungen. Das hilft, um Praktikumsplätze oder sogar eine Stelle zu finden. „Wir nehmen die Jugendlichen ernst und wir tun auch etwas für sie“, sagt Heuer. So wie für den jungen Koch, der jetzt in der Kantine des Ausbildungszentrums arbeitet oder für den Jugendlichen, der im zweiten Anlauf doch noch die Gesellenprüfung geschafft hat. So oder so ist die AB-Maßnahme beim Bauhandwerk das Sprungbrett. „Das macht sich gut in der Bewerbung“, sagt Arbeitsvermittlerin Bettina Oelkrug. Es sei schon vorgekommen, dass jemand nach dem halben Jahr verlängern wollte. Eine echte Vollzeitstelle, die Erfahrung, selbst etwas zustande zu bringen – das motiviert. „Unsere Botschaft lautet: Ihr könnt es schaffen“, sagt Katrin Miehe-Scholz. Nur den Willen dazu müssen die Jugendlichen haben.
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