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Blick in die Quartiere

Der neu gewählte Vorstand des Präventionsrates vor (v.l.): Geschäftsführer Thomas Seliger, Cordula Müller, Leiterin der Polizeiinspektion Braunschweig, Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke sowie Stefanie Hälig, Dozentin an der Ostfalia Hochschule. Foto: Thomas Ammerpohl

Präventionsrat stellt sich im 20. Jahr des Bestehens neu auf.

Von Birgit Leute, 01.06.2016.

Braunschweig. Neuer Vorstand, neue Ausrichtung. Seit 20 Jahren legt der Präventionsrat mit Unterstützung der Braunschweiger Stiftungen den Finger auf gesellschaftliche Probleme: Dazu zählen zum Beispiel der Drogenkonsum von Jugendlichen, Gewalt an den Schulen oder die Gefahren, die für Kinder im Netz lauern. In drei Aktionsjahren wurden mehr als 140 Projekte initiiert, Einrichtungen vernetzt und Hilfeangebote aufgezeigt.

Jetzt wagt der neue Vorstand, bestehend aus der Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, Cordula Müller (Leiterin der Polizeiinspektion Braunschweig), Stefanie Hälig (Dozentin an der Ostfalia Hochschule) sowie Thomas Seliger (Geschäftsführer des Braunschweiger Präventionsrats), einen neuen Schritt: Statt großangelegter Aktionsjahre konzentriert sich der Präventionsrat künftig eher auf die Probleme in den Quartieren. „Wir werden dann fragen, wo es zum Beispiel Angst-Räume in der Stadt gibt, wo sich wer unsicher fühlt, oder wie groß die Gefahr von Recht- oder Linksextremismus ist“, erläutert Hanke. Bis es so weit ist, wird es noch etwas dauern, denn für die Neuausrichtung werden zunächst aktuelle Zahlen, etwa aus den Kriminalstatistiken, analysiert.


Noch früher eingreifen, noch früher Problemfelder aufspüren – und das möglichst kleinteilig und auf das Quartier zugeschnitten: Das ist der Anspruch, den der neu gewählte Vorstand des Präventionsrates hat.
„Vorbeugendes Handeln lohnt sich, wenn man es richtig anstellt, auch wirtschaftlich“, betont Sozialdezernentin Dr. Andrea Hanke, weist aber auch daraufhin, dass zuvor eine umfangreiche wissenschaftliche Analyse nötig sei. „Wir müssen erst einmal Zahlen auswerten und uns mit den Partnern in den Quartieren austauschen, um herauszufinden, wo welches Präventionsprogramm sinnvoll ist“, sagt Thomas Seliger, Geschäftsführer des Braunschweiger Präventionsrates, über einen Sondierungsprozess, der sich die nächsten Jahre hinziehen wird.

Programm vom Land

Hilfe verspricht sich der Vorstand vom Landespräventionsrat Niedersachsen, der ein eigenes Programm mit dem Namen „Communities that care“, kurz CTC, entwickelt hat. Seliger: „Wir wollen uns für dieses Programm bewerben, denn es dient dazu, Präventionsarbeit noch effizienter zu machen.“
Innerhalb des Programms werden zum Beispiel Jugendliche und Ältere im Viertel befragt und deren subjektive Sorgen mit polizeilichen Statistiken verglichen. Außerdem werden frühzeitig die Akteure vor Ort miteinbezogen, um die Doppelung von Maßnahmen zu vermeiden.
„Gemeinsam wollen wir überlegen, welche Lösungsansätze für bestehende Probleme in den einzelnen Quartieren infrage kommen beziehungsweise was getan werden muss, damit bestimmte Probleme gar nicht erst entstehen“, sagt Hanke.
Letztlich helfe eine gut koordinierte Prävention Kosten zu sparen: „Vorbeugendes Handeln lohnt sich, wenn man es richtig anstellt, auch wirtschaftlich“, so Hanke. „Beim 20. Deutschen Präventionstag unter dem Titel ‚Prävention rechnet sich. Zur Ökonomie der Kriminalprävention‘ ist das einmal mehr aufgezeigt worden.“

Neuer Internetauftritt

Nicht nur der Arbeitsansatz auch das Braunschweiger Hilfeportal www.braunschweig-hilft.de wird nach fünf Jahren ein neues Gesicht bekommen. Unter der Fragestellung „Wer hilft in Braunschweig in Fragen, die Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene berühren?“ gibt es einen Überblick über die Anbieter von Präventions-, Beratungs- und andere Hilfsangeboten. Die neue Form soll Anfang Oktober an den Start gehen.
Im gleichen Monat feiert der Braunschweiger Präventionsrat sein 20-jähriges Bestehen mit seien Partnern – unter anderem den Trägern der freien Jugend- und Wohlfahrtspflege, Polizei, Justiz sowie den Stiftungen.
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