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„Bitte klingeln“ ist jetzt nicht mehr nötig

Eine Rampe erleichtert seit Kurzem Gehbehinderten den Zugang zum Braunschweiger Dom.

Von Birgit Leute, 31.07.2011

Braunschweig. Reinhard Neukam ist froh: Seit Kurzem muss der Rollstuhlfahrer nicht mehr klingeln, wenn er den Braunschweiger Dom besuchen will. Dank einer neuen Rampe kommt der Gehbehinderte inzwischen ganz ohne fremde Hilfe ins Gotteshaus.

„Mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis eine solche Lösung umgesetzt werden konnte“, sagt Domprediger Joachim Hempel. Zuvor hat es eine Reihe von Gesprächen mit der Stadt gegeben, der der Grund und Boden vor der Kirche gehört. Dann musste das exakte Gefälle berechnet, und es mussten die Bauvorschriften für den Dom geprüft werden.
„So richtig drängend wurde das Problem in der Vergangenheit immer dann, wenn eine Gruppe von Rollstuhlfahrern oder Eltern mit Kinderwagen den Dom besuchen wollten“, erzählt Hempel. Um in die Kirche zu gelangen, mussten sie immer zuerst an der Dompforte klingeln. „Ein Mitarbeiter legte dann zwei Aluminiumschienen über die Eingangsstufen, auf denen der Rollstuhl oder Kinderwagen nach oben geschoben wurde“, erklärt Hempel das umständliche Prozedere.
Das 35 000 Euro Gemeinschaftsprojekt zwischen der Stadt, der evangelischen Kirche und der Stiftung Neuerkerode hat aber noch einen weiteren Vorteil: Die Rampe erleichtert auch den Zugang zur Fußgängerzone „Vor der Burg“ und damit in die Innenstadt. Die Stadt ließ dafür die alte Sandsteinmauer zwischen dem Burgplatz und der Fußgängerzone abtragen. Das Stadtrelief, das sich auf dieser Mauer befand, wurde auf einem neugestalteten Sockel platziert.
Zufrieden über die Lösung zeigte sich auch der Schaustellerverband, der den Weihnachtsmarkt ausrichtet. „Der Markt wird durch die Rampe aufgewertet, da das lästige Treppensteigen entfällt“, freut sich Vorsitzender Stefan Franz. Und Probleme mit den Buden wird es auch nicht geben. „Da verlagern wir eine einfach ans Ende der Rampe“, so Franz.
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