Anzeige

Beschlossen: FBZ-Abriss

Rat ebnet den Weg für Bau eines Hotels und einer Jugendherberge

Von Martina Jurk

Braunschweig. Dem Neubau einer Jugendherberge am Geiershagen sowie eines Spitzenhotels auf dem Grundstück des ehemaligen Freizeit- und Bildungszentrums (FBZ) im Bürgerpark steht nichts mehr im Weg. Mehrheitlich beschloss der Rat der Stadt beide Vorschläge der Verwaltung.

Dass das Deutsche Jugendherbergswerk das 4900 Quadratmeter große städtische Grundstück am Geiershagen im Rahmen eines Erbbaurechts übernimmt, um eine Jugendherberge zu bauen und zu betreiben, fand nach langer Diskussion die Zustimmung fast aller Ratsfraktionen. Nur die Grünen enthielten sich. Sie wollten, dass die Jugendherberge im Bürgerpark gebaut wird. Ein entsprechender Änderungsantrag wurde mehrheitlich abgelehnt.
Der Verkauf des Grundstücks Nimesstraße 2, auf dem das ehemalige FBZ seit Jahren verfällt, sorgte für reichlich Diskussions- und Zündstoff. Die Grünen, die Linken und BiBS befürchten, dass es der Verwaltung in ersten Linie nicht um ein Hotel ginge, sondern um den Abriss des ehemaligen FBZ. „Sie wollen gar kein Hotel, Sie wollen schnell das FBZ-Gebäude abreißen“, warf Linke-Fraktionschef Udo Sommerfeld der Verwaltung vor. Befürchtungen, dass das Hotel am Ende doch nicht gebaut wird, äußerten nicht nur Grüne, Linke und BiBS, sondern auch die Sozialdemokraten. Der Grund: Noch gibt es keinen Käufer für das Hotel. Investor Kanada Bau hat ein Rücktrittsrecht bis 15. Juni 2009 eingeräumt bekommen, falls sich bis dahin kein Endinvestor gefunden hat. Die Gemüter erhitzten sich bei der Diskussion um den Kaufpreis von 800 000 Euro. Damit werde das Grundstück Nimesstraße 2 „verschenkt“. „Können Sie sich vorstellen, dass sich ein zum Teil denkmalgeschütztes, asbestbelastetes Gebäude für ein Grundstück wertmindernd auswirkt?“, stellte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann die rhetorische Frage an die Ratsmitglieder. „Sie beschließen einen Abrissauftrag“, beklagte Peter Rosenbaum (BiBS). Kanada Bau mache die „Drecksarbeit“. Dem Investor würden der Abriss des Gebäudes und die Entsorgung des belasteten Bodenaushubs auf den Kaufpreis angerechnet. Das sei immer noch billiger, als wenn die Stadt das selbst machen würde, argumentierte der Oberbürgermeister. Von „Haushaltsrisiko“ und „Prestigeobjekten“, die unsicher in der Durchführung seien, sprachen die Grünen und brachten einen ganz neuen Standort für das Hotel in die Diskussion: das alte Polizeigebäude am Platz der deutschen Einheit.
Der FBZ-Standort, an dem bürgerschaftliches Engagement stattgefunden habe, werde privatisiert, wetterten die Linken. Die SPD hatte dem Verkauf des Grundstücks im Finanzausschuss nicht zugestimmt aus Angst, dass es ein für allemal für die Stadt verloren sei, auch wenn kein Hotel gebaut würde. Nach Überprüfung des Kaufvertrages wurde aber klar, dass das Grundstück an die Stadt zurückgeht, wenn der Investor von seinem Rücktrittsrecht Gebrauch macht. „Man sollte das Hotelprojekt nicht überbewerten, es ist kein Leuchtturm. Will man ein Luxushotel sehen, muss man nach Wolfsburg gehen. Aber dennoch ist ein Spitzenhotel eine gute Sache für Braunschweig. Es könnte aber genauso gut an jeder anderen Stelle in der Stadt stehen. Wenn das Hotel doch nicht kommt, sollte auf dem Grundstück Nimesstraße ein Bürgerzentrum entstehen, das die Aufgaben des ehemaligen FBZ übernimmt“, machte Manfred Pesditschek den Standpunkt der Sozialdemokraten klar, die dann aber doch dem Verkauf des Grundstücks zustimmten.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.