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Bahnen im Halbstundentakt

Die Oberbürgermeister von Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter, Ulrich Markurth, Klaus Mohrs und Frank Klingebiel machen Druck. Sie wollen die Oberzentren stärken und fühlen sich vom Land finanziell benachteiligt. Foto: Thomas Ammerpohl

Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter einig.

Von Martina Jurk, 21.03.2015.

Braunschweig. Die Region Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter fühlt sich abgehängt. Damit sich das so schnell wie möglich ändert, sprechen die drei Oberzentren jetzt mit einer Stimme. Sie wollen gegenüber der Landesregierung den politischen Druck erhöhen und mehr Geld für konkrete Projekte einfordern, die das Leben der Menschen verbessern. Dazu zählen in erster Linie bessere Verkehrsverbindungen und durchgängige freie Internetzugänge.

Die drei Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Klaus Mohrs und Frank Klingebiel stellten die gemeinsame Initiative gestern im Braunschweiger Rathaus vor.
Konkret soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiver werden. Das heißt, dass die Regionalbahnen zwischen den drei Oberzentren im Halbstundentakt fahren. Zusätzlich könnten Schnellbuslinien (E-Busse) das Angebot ergänzen, für die sogar der Bau eigener Trassen denkbar wäre.
Die Oberbürgermeister fordern den zeitnahen Ausbau der Weddeler Schleife für den Bahnverkehr und den Ausbau der A 39.

„Wenn drei Oberbürgermeister gemeinsam vor die Medien treten, dann ist das etwas Besonderes“, gab Braunschweigs Stadtoberhaupt Ulrich Markurth zu. Dem massiven Vorpreschen sei ein konkretes Ereignis vorausgegangen: Das Landesraumordnungsprogramm. Dessen erster Entwurf sei von den drei Oberzentren und dem Niedersächsischen Städtetag zurückgewiesen worden. Der Grund: Die darin beabsichtigten landesplanerischen Festlegungen im Bereich des Einzelhandels hätten die Entwicklungsmöglichkeiten der Oberzentren beschnitten, ihnen ihre herausgehobene Funktion sogar abgesprochen. Die Oberbürgermeister wollen aber die Oberzentren stärken und die Chancen der Region nutzen.
„Die ländlichen Regionen profitieren von der Stärke der Oberzentren. Zeit ist heute wichtig für die Menschen, aber es fehlt überall an einem guten Mix der Verkehre“, betonte Wolfsburgs OB Klaus Mohrs.
Wer heute von Salzgitter nach Wolfsburg wolle, müsse umsteigen und habe dazwischen 45 Minuten Aufenthalt, nannte Markurth die Situation unhaltbar, wolle man Fachkräfte anwerben, die die Region als lebenswerten Raum für ihre Familien entdecken sollen.
Markurth betonte, dass die Schnellbusse keine Konkurrenz zur Regiobahn seien, sondern eine Ergänzung. Beides gehöre zum Aufgabenbereich des Zweckverbands Großraum Braunschweig. Und dafür brauche er Geld. „Es kann nicht sein, dass wir unterdurchschnittlich mit Mitteln ausgestattet werden. Unsere Region hat lange zurückgestanden, jetzt sind wir mal dran“, so der OB.
Frank Klingebiel sieht als Ziel noch für dieses Jahr die Zusage der Landesregierung, mehr Geld zur Verfügung zu stellen, und zwar aus den Regionalisierungsmitteln des Bundes. Ebenfalls noch 2015 sollen die Pläne für die Schnellbusse stehen und dem Wirtschaftsminister vorgelegt werden. Mindestforderung für 2016 sei die schnellere Taktung zwischen den drei Städten.
Damit Reisende durchgängig das Internet nutzen können, wollen die drei Oberzentren ein gemeinsames freies Wlan in den Innenstädten und entlang der wichtigen Verkehrsachsen anbieten.
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Bernd Kowalewski aus Wolfsburg - Stadtmitte | 21.03.2015 | 11:46  
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